Titel: Verfahren zum Verglasen der Lichtbilder; von Hrn. Plaut.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 130/Miszelle 6 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/mi130mi02_6

Verfahren zum Verglasen der Lichtbilder; von Hrn. Plaut.

Nachdem man ein Lichtbild auf mit Eiweiß überzogenem Glas erhalten hat, setzt man es stufenweise einem so starken Feuer aus, daß das Glas rothglühend wird; das Eiweiß wird dadurch zerstört und das Bild, wenn es negativ war, wird positiv durch Reflexion und zwar mit einer Kraft und einem Glanz die auffallend sind; die Zeichnung wird durch das reine Silber gebildet, welches dem Glase so stark anhaftet, daß es ohne Beschädigung polirt werden kann.

Setzt man dieses Glas der Einwirkung von Flußsäure-Dämpfen aus, so wird die Zeichnung auf dem Glas an denjenigen Stellen geätzt, welche durch das aus |156| Silber bestehende Bild nicht geschützt sind; vielleicht wäre es auch möglich, das aus Silber bestehende Bild durch einen galvanischen Niederschlag zu verstärken, um davon eine Art Platte zu machen, welche sich schwärzen und in der Presse abziehen ließe.

Wenn man, anstatt die Erhitzung auf die Dunkelrothglühhitze zu beschränken, sie so weit treibt, daß das Glas auf seiner Oberfläche in Fluß kommt, so dringt das Bild in das Innere des Glases ein, ohne benachtheiligt zu werden, und überzieht sich mit einem Glasfirniß; das Bild befindet sich dann gewissermaßen zwischen zwei Gläsern und verliert dadurch ein wenig an seiner Kraft, aber man hat dessenungeachtet eine sehr zarte Zeichnung, welche, wenn man ein positives Bild benutzt hat, zur Darstellung von Kirchenfenstern dienen könnte, weil sie sich ohne Zweifel nach den gewöhnlichen Verfahrungsarten malen ließe. (Cosmos, Revue encyclopédique, 1853, t. III p. 331.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: