Titel: Behandlung des rohen Kautschuksaftes, um ihn in flüssigem Zustand in den europäischen Handel zu bringen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 130/Miszelle 8 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/mi130mi02_8

Behandlung des rohen Kautschuksaftes, um ihn in flüssigem Zustand in den europäischen Handel zu bringen.

Man hat schon öfter, bisher jedoch vergeblich, versucht den rohen Kautschuksaft, vor der Fäulniß bewahrt, in den europäischen Handel zu bringen, weil man aus solchem für vielfache Zwecke, statt der künstlich bereiteten Auflösungen des Kautschuks, großen Nutzen ziehen könnte. Folgendes Verfahren hierzu wurde in England für den Civilingenieur W. Johnson am 24. Februar 1853 patentirt.

Nachdem durch Einschnitte bis auf das Holz der Kautschukbäume deren Milchsaft abgeflossen und in thönernen Gefäßen gesammelt worden ist, muß die Flüssigkeit – etwa drei Stunden nach ihrem Ausfluß, also bevor sie in Berührung mit der Luft sauer werden konnte – durch ein Tuch in ein reines Gefäß von Weißblech oder Glas geseiht werden. Dann setzt man auf 1 Pfd. des Safts beiläufig 1 Unzenmaaß concentrirtes Aetzammoniak zu, und vermischt beide innig. Der Saft bleibt nun in flüssigem Zustand, und zwar so weiß als er aus dem Baum abgezogen wurde. In diesem Zustand kann er in luftdichten Flaschen von Weißblech oder Glas, ohne eine Veränderung zu erleiden, beliebig lange aufbewahrt und überall hin versendet werden.

Wenn man diese Substanz auf Platten von Glas oder polirtem Metall verbreitet, und sie dann an freier Luft oder bei einer Temperatur von 20 bis 30° R. |157| verdunsten läßt, so bleibt eine sehr elastische und zähe, durchscheinende feste Masse zurück. (Practical Mechanic's Journal, Oktober 1853, S. 161.)

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