Titel: Ueber unächte Hausenblase von Para.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 130/Miszelle 8 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/mi130mi03_8

Ueber unächte Hausenblase von Para.

Kürzlich ist als Hausenblase ein Artikel in Handel gekommen, der offenbar nicht Hausenblase ist, sondern in dem getrockneten Ovarium eines großen Fisches |239| besteht. Es kamen zwei Kisten davon nach England, welche 14–16 Pfund enthielten.

Die einzelnen Massen bestehen in einem 3/4–1 Zoll dicken, gegen 8–9 Zoll langen geraden Strange, an dem der ganzen Länge nach gestielte eiförmige oder kugelförmige Schläuche hängen, von der Größe und dem Ansehen wie Kirschen mit ihren Stielen. Es sitzen über 30 Stück solcher Schläuche an dem centralen Strange und bilden damit eine Art Traube.

Bei Untersuchung des in Wasser aufgeweichten Centralstranges der Traube findet man, daß er eine aufgerollte Membran ist, die nur auf der einen Seite jene gestielten Schläuche trägt.

Es versteht sich hiernach schon von selbst, daß diese Masse keine Schwimmblase von einem Fische ist; sie ist ein Eierstock; in Wasser aufgeweicht verbreitet sie einen unverkennbaren Fischgeruch und zeigt ein eiweißähnliches Verhalten.

Die kugeligen oder eiförmigen Schläuche sind die Ova selbst. Sie sind auf der Oberfläche sehr gefäßreich und mit einer gelben thierischen Substanz angefüllt. Im Allgemeinen gleichen sie dem Eierstocke eines Seerochen oder Haifisches.

Nun kommt Sudis Gigas, ein großer Knochenfisch, über 6 Fuß lang, bei Para vor. Das Fleisch desselben wird getrocknet, gesalzen und von der niederen Volksclasse gegessen. Die Schwimmblasen liefern eine Art der brasilianischen Hausenblasen, die nach London kommen. Hiernach ist es nicht unwahrscheinlich, daß diese sogenannte Hausenblase auch von demselben Fische kommt. Sollte dem nicht so seyn, so ist es doch wahrscheinlich, daß sie von einem Fische verwandter Gattung, wie Amia, kommt. (Aus dem Pharm. Journ. and transact. durch chem.-pharm. Centralbl.)

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