Titel: Levol's Verfahren um Röhren, Tiegel und andere Gefäße für chemische Laboratorien von Gold anzufertigen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 130/Miszelle 5 (S. 318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/mi130mi04_5

Levol's Verfahren um Röhren, Tiegel und andere Gefäße für chemische Laboratorien von Gold anzufertigen.

Hr. Levol hat der Société d'Encouragement in Paris eine hohle Rohre von Gold vorgelegt, welche er durch Fällen von Chlorgold mittelst cylindrisch geformten Phosphors darstellte.

Man weiß längst, daß der Phosphor die Eigenschaft besitzt, gewisse Metalle aus ihren salzigen Auflösungen zu reduciren, und zwar setzt sich das Gold als eine continuirliche und vollkommen hämmerbare Schicht auf den Phosphor ab. Diese Eigenschaft läßt sich daher benutzen, um in den chemischen Laboratorien Gefäße von Gold, wie Röhren, Schalen, Tiegel, Retorten etc. zu erhalten. Bekanntlich bieten die Gefäße von Gold im Vergleich mit den silbernen den Vortheil einer geringeren Schmelzbarkeit dar, und im Vergleich mit den Gesäßen von Platin denjenigen, daß sie von gewissen Substanzen, z.B. den Alkalien welche auf das Platin wirken, gar nicht angegriffen werden. Der große Werth des Goldes ist vielleicht nicht die einzige Ursache weßhalb man es so selten für chemische Gefäße anwendet; die Furcht, hinsichtlich seines Gehalts getäuscht zu werden, die verloren gehenden Kosten der Façon wenn man ein Goldgefäß, dessen man nicht mehr bedarf, verwerthen will, sind ohne Zweifel ebenso viele Gründe welche jenen Umstand erklären. Es ist daher vortheilhaft, selbst diese Geräthe verfertigen zu können, und dieß ist sehr leicht; nachdem man sich eine etwas concentrirte saure Chlorgoldlösung bereitet hat, braucht man nämlich nur den gehörig geformten Phosphor bei gewöhnlicher Temperatur vierzehn Tage lang hineinzutauchen. Um den Phosphor zu formen, füllt man damit ein gläsernes Gefäß von entsprechender Form, was mittelst eines auf beiläufig 60° C. (48° R.) erwärmten Wasserrades leicht ist; man nimmt den erstarrten Phosphor aus seiner Hülle, indem man sie nöthigenfalls zerbricht, hierauf schreitet man zur Fällung des Goldes. Man entledigt sich hernach des Phosphors, indem man ihn im heißen Wasser durch ein absichtlich gemachtes Loch auslaufen macht, und beseitigt dann noch die letzten Spuren desselben mittelst kochender Salpetersäure. (Bulletin de la Société d'Encouragement) Septbr. 1853, S. 540.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: