Titel: Ueber die Entdeckung kleiner Mengen von Mangan auf nassem Wege; von Dr. Julius Löwe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 130/Miszelle 5 (S. 436–437)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/mi130mi06_5

Ueber die Entdeckung kleiner Mengen von Mangan auf nassem Wege; von Dr. Julius Löwe.

Schon Crum gibt an, daß wenn man eine Lösung eines Manganoxydulsalzes mit Bleihyperoxyd und Salpetersäure kocht, die Lösung eine tiefrothe Farbe durch Bildung von Uebermangansäure einnimmt. Ich habe gefunden, daß es beider genannten Körper nicht bedarf, um diese scharfe und höchst charakteristische Reaction des Mangans auf nassem Wege auf gleiche Weise hervorzurufen. Setzt man nämlich zur Lösung eines Manganoxydulsalzes frischbereitetes unterchlorigsaures Natron oder Kalk, so scheidet sich je nach der Menge des vorhandenen Metalls entweder sogleich oder doch nach sehr kurzer Zeit Mangansuperoxyd als feiner braunschwarzer Niederschlag aus. Erhitzt man nun die Lösung mit dem ausgeschiedenen Hyperoxyde bis zum Kochen und erhält sie bei geringen Mengen kurze Zeit darin, so bildet sich ebenfalls auf Kosten des Sauerstoffs der unterchlorigen Säure Uebermangansäure, welche, nachdem sich das noch überschüssige Superoxyd abgesetzt hat, die darüberstehende Flüssigkeit intensiv kirschroth färbt. Die geringsten Spuren genannten Metalles geben sich auf diese Art, wie bei der Crum'schen Reaction, zu erkennen, und ist auch die Färbung durch unbedeutende Menge nur äußerst schwach, so läßt sie sich doch mit Sicherheit wahrnehmen, wenn man das Reagensgläschen, in welchem der Versuch ausgeführt wurde, auf ein weißes Blatt Papier stellt. In dem Gange der qualitativen Analyse, wo man vermittelst Kali- oder Natronlauge die Oxyde des Eisens, Mangans etc. von denen des Zinks, Chroms und der Thonerde trennt, kann man in dem erhaltenen Alkaliniederschlage die Gegenwart des Mangans, selbst bei kleineren Mengen unter dem Eisen etc. auf gleiche Art nachweisen, nur muß man den Niederschlag vorher mit etwas Wasser ausgewaschen |437| haben, da sonst bei Anwesenheit von zu viel ätzendem Alkali sich leicht etwas Eisensäure bilden könnte, welche sich in ihrer Farbe nicht viel von der Uebermangansäure unterscheidet und somit leicht Täuschungen veranlassen würde. Denn ich habe gefunden, daß wenn man zu mäßig concentrirter kochender Kali- oder Natronlauge, in der Eisenoxydhydrat suspendirt ist, unterchlorigsaures Natron setzt, welches einen kleineren Ueberschuß von Soda enthält, die Flüssigkeit in kürzester Zeit sich kirschroth färbt von entstandenem eisensaurem Kali.

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