Titel: Lachambre's Maschine zum Entschälen des Getreides.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131, Nr. XLV. (S. 174–175)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/ar131045

XLV. Maschine zum Entschälen des Getreides, von Hrn. Lachambre zu Circourt im Vogesen-Departement.

Aus Armengaud's Génie industriel, Novbr. 1853, S. 263.

Mit einer Abbildung auf Tab. III.

Diese Maschine, in Fig. 43 im senkrechten Durchschnitt dargestellt, besteht aus zwei Mühlsteinen von Sandstein.

Der obere Stein A ist unbeweglich und an dem oberen Kranz mittelst vier Schrauben a befestigt, deren Köpfe in den Stein eingelassen und mit Schraubenmuttern versehen sind, wodurch der Abstand des oberen Steins von dem unteren B regulirt wird. Um das Gewicht dieses befestigten Steines zu vermindern, hat der Erfinder an dessen oberem Theil eine Höhlung A' angebracht, die in der Mitte einen Trichter oder Kegel bildet, der in einen cylindrischen Theil ausläuft, und die Getreidekörner durchläßt, welche aus einem Trichter oder Rumpf C auf die concave Fläche des untern Mühlsteines oder Läufers fallen.

Der untere Mühlstein B, an seiner oberen Fläche concav, ist in seiner Mitte mit einem cylindrischen gußeisernen Muff L versehen, der genau ausgebohrt und mit der senkrechten Welle D mittelst zweier stählernen Schrauben n und mit dem Mühlstein mit Hülfe von vier Schrauben o verbunden ist. Zur Gewichtsverminderung ist dieser Stein am unteren Theile ausgehöhlt.

Die senkrechte schmiedeiserne Welle D ist am untern Theile, etwa 6 Zoll von der untern Fläche des Läufers B entfernt, mit einem schmiedeisernen und abgedrehten Ring u versehen; letzterer hat vier Arme r, an deren Enden eisenblecherne Flügel s befestigt sind, welche an der rotirenden |175| Bewegung der senkrechten Welle theilnehmen, als Ventilator wirken und den Staub von dem Getreide fortschaffen. Unter dem Ventilator ist die Welle mit einem Winkelrade E versehen, in welches das Winkelrad F greift, welches letztere an der liegenden Welle G befestigt ist, die ihrerseits die Bewegung, welche sie mittelst der gußeisernen Triebrolle H erhält, der Mühle mittheilt.

Die beiden Mühlsteine sind in ihrer ganzen Höhe von einem cylindrischen hölzernen Mantel umgeben, und inwendig ist derselbe mit einer blechernen Reibe t versehen. Der Mantel besteht aus zwei Theilen, einem oberen von derselben Höhe wie die Mühlsteine, welcher aus zwei Kränzen M und sechs Dauben N gebildet ist; der andere, untere, besteht aus drei Kränzen O und aus sechs Dauben P.

Das Getreide wird auf gewöhnliche Weise mittelst des Rumpfes C aufgeschüttet, welcher unten mit einem Vertheiler Q versehen ist. Aus letzterm fallen die Körner in die trichterförmige Höhlung des oberen oder festliegenden Mühlsteins und aus diesem auf den concaven Theil des Läufers, welcher im Mittel 200 Umgänge in der Minute macht. Nachdem die Getreidekörner in Folge der rotirenden Bewegung zwischen den beiden concentrischen Oberflächen gehörig bearbeitet sind, gehen sie längs der Concavität des Läufers aufwärts und treten an seiner Peripherie aus, um abermals in dem leeren Raume zwischen der äußeren Oberfläche des Läufers und der blechernen Reibe bearbeitet zu werden. Dieser Raum, der eine Höhe von 2 Fuß hat, kann mittelst zwölf horizontalen Schrauben z enger oder weiter gemacht werden. Diese Schrauben gehen durch die hölzernen Dauben und treten gegen eiserne Bänder, welche die Reibe auf ihrer ganzen Peripherie umgeben. Die Bänder sind an ihren Enden mit Schrauben versehen, um ihren Durchmesser und denjenigen der Reibe nach Belieben vermindern zu können.

Am untern Theil der Mühle angelangt, entweichen die Körner durch eine Oeffnung, welche in dem Mantel angebracht ist, und indem sie vor den Flügeln des Ventilators vorbei gehen, werden sie von dem Staube befreit.

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