Titel: Malègue's Composition um den Safflorcarmin zu ersetzen.
Autor: Malègue,
Fundstelle: 1854, Band 131, Nr. LVII. (S. 218–220)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/ar131057

LVII. Composition um den Safflorcarmin für das Färben der Seide und Baumwolle zu ersetzen; von Hrn. Malègue, Färber zu Paris.

Aus Armengaud's Génie industriel, Januar 1854, S. 11.

Der Safflorcarmin, womit man seidene und baumwollene Stoffe Rosenroth und Ponceau zu färben pflegt, ist bekanntlich sehr theuer. Man versuchte ihn durch das sogenannte Cochenille-Physikbad zu ersetzen, dieses gibt aber keine so schönen Resultate, denn die Farben werden matt. Es gelang Hrn. Malègue eine Composition24) zu ermitteln, welche den Safflorcarmin hinsichtlich des Glanzes und der Lebhaftigkeit der Farbe vortheilhaft ersetzen kann; man erhält damit auch eine dauerhaftere Farbe, |219| welche nicht gelb wird und sich an der Luft nicht verändert wie der Safflorcarmin; überdieß ist sie viel wohlfeiler.

Allgemeine Zinn-Composition.

Man bereitet sich eine Auflösung von gefeiltem Zinn in Scheidewasser und Salzsäure in folgenden Verhältnissen:

45 Gramme gefeiltes (reines) Zinn;

25 Gramme Scheidewasser;

90 Gramme Salzsäure.

Diese allgemeine Composition wird in gewissen Verhältnissen zugesetzt, je nachdem man eine Composition zum Rosenroth-Färben oder zum Ponceau-Färben erhalten will.

Rosenroth-Färben.

Um Rosenroth zu färben, wird die Composition folgendermaßen dargestellt: man nimmt 100 Gramme ammoniakalische Cochenille, welche man in 1 Liter warmen Wassers auslöst. Man läßt diese Auflösung zehn Minuten lang sieden; dann setzt man hinzu 5 Gramme Zinnsalz, 8 Gramme Weinstein und 25 Gramme Schwefelsäure, und endlich 8 Gramme der angegebenen allgemeinen Zinn-Composition.

Man läßt das Ganze beiläufig eine halbe Stunde lang kochen, dann in einem Gefäß von Steinzeug erkalten, worauf man decantirt; man setzt hierauf 50 Gramme Safflorcarmin zu, wie er im flüssigen Zustand im Handel vorkommt. Dieses Gemisch bildet die neue Composition zum Rosenroth-Färben. Man bereitet ein Bad aus warmem Wasser, indem man 10 bis 12 Litern desselben 8 Gramme Weinsteinsäure zusetzt und dann so viel von der neuen Composition, als erforderlich ist.

Ponceau-Färben.

Diese Composition unterscheidet sich von der vorhergehenden nur durch das Verhältniß der Bestandtheile; während man für die Composition zum Rosenroth-Färben 8 Gramme von der allgemeinen Zinn-Composition anwendet, nimmt man zum Ponceau-Färben 20 Gramme von letzterer; zum Rosenroth-Färben wendet man 50 Gramme Safflorcarmin nach dem Decantiren an, wogegen man zum Ponceau-Färben bloß 30 Gramme Safflorcarmin zusetzt.

Das zu befolgende Verfahren ist wie beim Rosenroth-Färben.

Man kann also mit dem beschriebenen Bad unmittelbar Ponceau färben; nur muß man, nachdem ein Stück von beiläufig 6 bis 7 Metern |220| gefärbt worden ist, dem Bad neuerdings Safflorcarmin, etwa 15 Gramme, zusetzen.

Bemerkung. Man kann die 100 Gramme ammoniakalische Cochenille in den Compositionen zum Rosenroth- und Ponceau-Färben, durch 75 Gramme ammoniakalische Cochenille und 75 Gramme rohe Cochenille ersetzen. In diesem Falle mischt man die 75 Gramme ammoniakalische Cochenille mit den 75 Grammen roher Cochenille, und läßt das Ganze zwei bis drei Stunden lang kochen, so daß das Bad etwa auf ein Drittel reducirt wird.

|218|

Er ließ sich dieselbe am 30. Novbr. 1852 für Frankreich patentiren.

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