Titel: Higgin's verbessertes Bleichverfahren für baumwollene Zeuge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131, Nr. LXXVI. (S. 272–273)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/ar131076

LXXVI. Verbessertes Bleichverfahren für baumwollene Zeuge, von James Higgin in Manchester.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Januar 1854, S. 55.

Bei der nachfolgenden Beschreibung des Verfahrens setze ich voraus, daß 3500 Pfund rohe Baumwollenzeuge in Arbeit genommen werden. Nachdem dieselben gesengt und gewaschen worden sind, haspelt man sie in eine sogenannte Laugkufe und schüttet während des Einfaltens eine mit 224 Pfd. gebranntem Kalk bereitete Kalkmilch nach und nach über sie, so daß letztere gleichförmig in den Zeugen verbreitet wird. Hierauf setzt man eine hinreichende Menge Wasser und 11 bis 21 Pfd. Chlorkalkauflösung von 8° Twaddel (6° Baumé, 1040 spec. Gew.) zu, worauf man den Dampf in die Kufe einströmen läßt und die Flüssigkeit etwa 14 Stunden lang im Kochen erhält. Nach dieser Zeit werden die Zeuge aus der Kufe |273| genommen, in Wasser gewaschen, und durch verdünnte Schwefelsäure von 3° Twaddel (2 1/5° Baumé, 1015 spec. Gew.) passirt, oder durch Salzsäure von 2° Twaddel (1 1/2° Baumé, 1010 spec. Gew.). Die gesäuerten Zeuge müssen in Wasser gewaschen werden, worauf man sie mit einer Composition laugt, welche folgendermaßen bereitet wird:

Man gibt in einen eisernen Kessel 300 Pfd. Wasser, 120 Pfd. calcinirte Soda und 80 Pfd. amerikanisches Harz oder Weihrauch, welche Mischung man acht Stunden lang kochen läßt; dann setzt man einen mit 25 Pfd. gebranntem Kalk bereiteten Kalkbrei zu, und läßt dieses Gemisch noch sechs Stunden kochen, worauf es in die Laugkufe geschüttet wird.

Nachdem erwähnte Composition in die Laugkufe gebracht ist, haspelt man die Baumwollzeuge hinein, setzt dann die hinreichende Menge Wasser zu, und läßt die Flüssigkeit mittelst Dampfs etwa vierzehn Stunden lang kochen.

Nach hinreichendem Kochen werden die Zeuge aus dieser Lauge genommen und mit Wasser gewaschen, worauf man sie in eine schwache Chlorkalkauflösung einweicht, welche einen Viertelgrad an Twaddel's Aräometer (1001,25 spec. Gew.) zeigt, und hernach durch verdünnte Schwefelsaure von 3° Twaddel, oder Salzsäure von 2° Twaddel passirt, hernach wascht und trocknet. Nöthigenfalls werden die Stücke ein zweites Mal mit obiger Mischung von Harz, Soda und Kalk, aber mit einem geringem Quantum gelaugt, oder auch bloß mit (calcinirter) Soda.32)

|273|

Das bisherige Verfahren die Baumwollzeuge behufs des Bleichens mit Zusatz einer Auflösung von Harz (Weihrauch) in Soda zu laugen, wurde im polytechn. Journal, 1847, Bd. CIV S. 133 beschrieben. Hr. Higgin, bekanntlich ein im Zeugdruck bewanderter praktischer Chemiker, gibt in der Patentbeschreibung den Zweck nicht an, welcher durch die Behandlung der Auflösung des Harzes in Soda mit Kalkhydrat und das Laugen der Stücke mit dieser Composition erreicht werden soll; wahrscheinlich beabsichtigt er durch das erzeugte Gemisch von Harzseife mit kohlensaurem und caustischem Natron das Brechen der Laugflüssigkeit und dadurch die Entstehung von Flecken in den Stücken zu vermeiden, welche Flecken beim nachherigen Färben der gebleichten Zeuge in Krapp etc., Farbstoff anziehen.

A. d. Red.

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