Titel: Maniquet's Verbesserungen an Maschinen zum Aufwinden, Reinigen und Dupliren von Seide etc.
Autor: Maniquet, Jean Baptiste
Fundstelle: 1854, Band 131, Nr. XCI. (S. 338–340)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/ar131091

XCI. Verbesserungen an Maschinen zum Aufwinden, Reinigen, Dupliren und Spinnen von Seide, Baumwolle etc., welche sich Jean Baptiste Maniquet, Fabrikant zu Paris, am 14. April 1853 für England patentiren ließ.

Aus dem London Journal of arts, Dec. 1853, S. 410.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Der erste Theil dieser Erfindung betrifft die Construction der Weise oder des Haspels, welcher so angeordnet ist, daß er sich sowohl nach der Größe des Stranges als auch nach den Spulen selbst adjustirt. Dadurch wird das Reißen der Fäden beim Aufwickeln des Garns vermindert.

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Fig. 23 stellt den Haspel und den mit ihm in Verbindung stehenden Apparat in der Seitenansicht, Fig. 24 in einer theilweisen Frontansicht dar. A ist der Haspel, welcher in einem Gestell B gelagert ist und den Strang C aufgenommen hat. Die Arme a, a, a des Haspels enthalten an ihren inneren Enden eine Verzahnung, in welche ein Getriebe greift, wodurch der Durchmesser des Haspels nach den Dimensionen der Strähnen vergrößert oder verkleinert werden kann. Die Achse D des Haspels enthält an ihrem Ende ein kleines Getriebe E, welches in ein Getriebe F greift, und die Achse G des letzteren trägt eine Rolle H, von welcher ein Riemen l nach der Rolle J geht. Auf diese Weise läßt sich die Bewegung des Haspels einstellen, indem man die Getriebe E und F außer Eingriff setzt, ohne daß der übrige Mechanismus außer Gang kommt. Die Hauptachse d enthält noch eine andere Rolle e, welche mittelst eines über die Rollen g, g geschlagenen Riemens f die Rolle h der Spule K in Bewegung setzt. Außerdem befindet sich noch an der Achse d ein Getriebe in, welches in ein Zahnrad n greift. Die Achse K¹ des letzteren enthält eine herzförmige Scheibe j¹, welche auf den um l drehbaren Hebels wirkt. Dieser Hebel wirkt auf die Leitstange i und veranlaßt dadurch eine gleichmäßige Vertheilung des Garns auf der Spule K.

Der zweite Theil der Erfindung besteht in einer Einrichtung, vermöge welcher die Spindeln sich in kleinen mit Oel gefüllten Behältern drehen. Fig. 25 stellt eine nach dieser Methode construirte Spindel im Durchschnitte dar. An dem Boden des Oelbehälters K befindet sich eine Schraube q, deren oberes Ende einen Zapfen bildet, auf welchem die Spindel o sich dreht. Das untere Ende der Spindel o bildet eine Röhre I, welche des Oelzutrittes wegen siebartig durchlöchert ist. Um den Zapfen q geht eine spiralförmige Leiste R, welche bei der Rotation der Spindel eine Circulation des Oels veranlaßt und dasselbe mit den reibenden Flächen in gehörige Berührung bringt. Die Rolle h ist so geformt, daß sie den Oelbehälter bedeckt und Staub und Fasern von ihm abhält. Fig. 26 zeigt eine Modifikation von Fig. 25. Hier ist die Spindel, anstatt sich in eine Röhre zu endigen, an ihrem unteren Ende durchbohrt, so daß sie das Oel dem Zapfen zuführt; auch besitzt sie zu dem nämlichen Zweck wie in Fig. 25 eine spiralförmige Leiste.

Der dritte Theil der Erfindung besteht darin, daß man an den Spindeln zum Drehen und Dupliren der Fasern rotirende Scheiben anbringt, welche, indem sie die Faser zwischen sich fassen, die Länge der von den Spindeln ausgezogenen Faser so wie die Geschwindigkeit des Aufwickelns auf die Spule nach dem Dupliren reguliren. Fig. 27 stellt eine Maschine |340| zum Drehen und Dupliren der Seide oder anderer Faserstoffe dar. Fig. 28 zeigt nach einem größeren Maaßstabe eine Duplirspindel F, welche von zwei Twistspindeln G, Fig. 27, ihr Material empfängt. Diese drei Spindeln haben den gleichen Mechanismus, nur mit dem Unterschiede, daß die Spindeln G, G von rechts nach links rotiren, um die Faser zu drehen, während die Spindel F von links nach rechts sich dreht, um die Fäden zu dupliren. Die Anzahl der auf jede Duplirspindel kommenden Twistspindeln richtet sich nach der Art des zu erzeugenden Garns. Die Spindel x enthält an ihrem unteren Ende eine Schraube, in welche das Zahnrad z greift, dessen Achse y durch einen um die Treibrolle geschlagenen Riemen in Bewegung gesetzt wird. An der Achse y befindet sich ein Zahnrad, welches durch Vermittelung eines Zwischenrades ein anderes an der Achse b¹ befindliches Rad in Bewegung setzt; das letztere greift in eine endlose Schraube t¹, welche an der hohlen Achse x¹ sitzt. An dem oberen Ende der Spindel x sitzt die Spule r und wird die Feder s, Fig. 29, daran festgehalten. An die Spindel x ist ferner eine Scheibe H befestigt, deren untere Fläche eine Reihe von Stiften u enthält, welche in die Löcher einer ähnlichen Scheibe treten, die lose an der Spindel sitzt. Ein an der hohlen Achse x¹ befindliches Querstück x² enthält einen Träger z², welcher den Hebel z¹ aufnimmt. Dieser trägt eine kleine Rolle v, welche durch die Feder y² gegen die untere Seite der Scheibe I gedrückt wird. Auf diese Weise wird der Faden zwischen den Flächen H, I festgeklemmt. Die Wirkungsweise dieser Anordnung wird deutlicher werden, wenn man den Weg des von der Spindel kommenden Fadens verfolgt. Nachdem er nämlich die Spindel G verlassen hat, läuft er über die Rollen d¹, von da über die kleinen Rollen c², c² des Gestells c¹ und dann zwischen den Flächen H, I hindurch nach der Spule r. Man sieht, daß der Faden, welches auch die Umfangsgeschwindigkeit der Spule r seyn mag, sich nur so viel aufwickeln kann, als die klemmenden Flächen gestatten, und dieses hängt von den relativen Geschwindigkeiten der Theile x und x¹ ab. An dem Gestell x² ist ein Haken v² so angeordnet, daß er, wenn ein gerissener Faden wieder angeknüpft werden soll, die Rolle v von der Scheibe I entfernt, und dadurch diese mit der Scheibe H außer Berührung bringt.

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