Titel: Reid's Verfahren die Isolirung der Telegraphendrähte zu prüfen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 2 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi01_2

Reid's Verfahren die Isolirung der Telegraphendrähte zu prüfen.

Der englische Telegraphen-Ingenieur William Reid ließ sich am 27. April 1853 einen Apparat patentiren, um die Isolirung der überzogenen Drähte für unterseeische oder unterirdische Telegraphen auf ihre Güte zu prüfen. Er benutzt ein schmiedeisernes Gefäß, welches stark genug ist, um nach dem Auspumpen der Luft dem Druck der Atmosphäre zu widerstehen und auch dem hydrostatischen Druck, welchem man den überzogenen Draht darin auszusetzen beabsichtigt. Das Gefäß ist mit einem Deckel versehen, damit man eine Spirale von überzogenem Draht hineinbringen und darin einschließen kann. Ein Ende des überzogenen Drahts wird von dem Innern durch eine Stopfbüchse außerhalb des Gefäßes geführt; das andere Ende des Drahtes wird überzogen und gut isolirt. Man macht nun mittelst einer Luftpumpe das den Draht enthaltende Gefäß luftleer; dann sperrt man den die Verbindung mit der Luftpumpe herstellenden Hahn ab, und öffnet den Hahn am Wasserrohr, um das Gefäß zu füllen; man kann aber auch das Gefäß vor dem Auspumpen der Luft fast ganz mit Wasser füllen. Man verbindet nun ein Ende des Drahts von einem Galvanometer mit dem äußern Ende des Drahts welcher aus dem Gefäß vorsteht. Nun übt man einen Druck aus, durch Pumpen von Wasser in das Gefäß; wenn man dann die zwei Pole der Batterie respective mit dem Galvanometer und dem Wasser im Gefäß verbindet, so wird – wenn die Isolirung vollkommen ist – keine Wirkung auf die Nadel des Galvanometers sich zeigen, weil kein vollständiger elektrischer Strom gebildet wird; ist hingegen der Ueberzug des Drahts im geringsten mangelhaft, so wird die Nadel des Galvanometers abgelenkt, |79| weil nun ein Kreislauf hergestellt wurde, indem das Wasser im Gefäß mit einem Theil des zu prüfenden Drahts in Berührung kam. Die Luftleere soll so vollkommen als möglich hergestellt werden und der Druck welchem der überzogene Draht ausgesetzt wird, muß für unterseeische Drähte stärker seyn, als das Wasser in welches sie untergetaucht werden, ihn möglicherweise auf sie ausüben kann. Um unterirdische Drahtleitungen sicher zu prüfen, muß man einen Druck von etwa 20 Pfund per Quadratzoll anwenden. (Repertory of Patent-Inventions, Decbr. 1853, S. 446.)

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