Titel: Ueber gläserne Gewichte für Jacquard-Maschinen; von Gottlob Jordan.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 5 (S. 154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi02_5

Ueber gläserne Gewichte für Jacquard-Maschinen; von Gottlob Jordan.

Sowohl in Frankreich als in Rhein-Preußen u.s.w. wurden hin und wieder gläserne Jacquard-Gewichte statt bleierner angewendet; was ersteren an Gewicht abgeht (Glas 2,89, Blei 11,33 spec. Gewicht) muß natürlich durch größere Länge ersetzt werden, ein Umstand, der aber nur erwünscht seyn kann, da derselbe eine um so regelmäßigere senkrechte Bewegung bedingt.

Die Vortheile der gläsernen gegenüber den bleiernen Gewichten bestehen darin, daß sie leichter seyn können, indem die Reibung beim Glas geringer ist, das Glas niemals eine Oxydhaut zieht wie Blei, und die einzelnen Gewichte immer ihre gerade Richtung behalten – nicht krumm werden – ferner, daß sie viel seltener am Oehr abbrechen. Am Stuhl und in der Arbeit stehen sie zum wenigsten an Dauerhaftigkeit den bleiernen nicht nach, nur sind sie da wohl nicht anwendbar, wenn auf einen sehr kleinen Raum viele Gewichte kommen und man genöthigt wäre, das erforderliche Gewicht allein durch größere Länge zu erhalten, ohne auch in der Dicke etwas zugeben zu können.

Ueberall aber, wo der Raum des Harnisches und das erforderliche Gewicht es gestattet, verdienen die gläsernen Gewichte unbedingt den Vorzug vor den bleiernen. Das Hinderniß, warum sie nicht allgemein angewendet wurden, war der zu hohe Preis, sie waren nirgends im Handel zu haben, und auf besondere Bestellungen angefertigt, mußten sie als etwas Außergewöhnliches entsprechend bezahlt werden. Um die Möglichkeit, solche anzuwenden, zu erleichtern, habe ich auf der Glasfabrik der HHrn. Rominger und Günther in Oerlach die Einleitung zu deren Anfertigung getroffen und werde demnächst eine Musterkarte mit einigen Exemplaren, sowie auch Preis-Courante der Centralstelle zu Stuttgart übergeben. In diese Karte werden dann auch gläserne Fadenführer für Spul-, Zwirn- und Spinn-Maschinen aufgenommen werden. Die Preise sollen, einentheils um denselben Eingang bei uns zu verschaffen, anderntheils um den Glasmachern einen Nebenverdienst zuzuführen, so niedrig gestellt werden, daß sie den bleiernen ziemlich gleich stehen, theilweise wohl geringer sind. (Gewerbeblatt aus Württemberg, 1854, Nro. 3.)

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