Titel: Stroh als Polstermaterial; von Krichten in Mainz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 12 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi03_12

Stroh als Polstermaterial; von Krichten in Mainz.

Um das zu leichte Brechen des Strohs zu verhüten und demselben mehr Elasticität zu geben, wendete ich nachstehendes Verfahren mit günstigem Erfolge an. Unzerdrücktes Kornstroh wird in Bündeln von 1 bis 1 1/2 Pfund in der Art gebracht, wie es die Winzer zum Heften des Weinstocks verwenden. Dasselbe bringe man, unter sorgfältiger Vermeidung des Brechens, zwölf Stunden in Fluß- oder Regenwasser, drehe es hierauf in Flechten, der Art, wie die Waldhaare in Handel kommen.

So zugerichtet bringe man nun die Flechten in kreisförmigen Lagen in der Art in eine unten mit einem Loche versehene große Bütte, daß das Ganze einer rund geflochtenen Strohmatte ähnlich sieht. Die erste Lage belege man nun mit ungelöschtem Kalk, fahre alsdann fort neue Stroh- und Kalkschichten zuzusetzen, bis die Bütte voll ist. Man begieße dann diese Vorrichtung mit Fluß- oder Regenwasser, welches beim allmählichen Erhitzen des Kalks vermehrt wird. In etwa fünf Stunden hat sich diese Arbeit selbst beendet; die Kalkmilch wird durch das Loch der Bütte abgelassen, das Stroh in reines Wasser gebracht und vier- bis fünfmal ausgewaschen, so daß es rein von allen Kalktheilen ist, und dann zum Trocknen aufgehängt. (Gewerbebl. f. d. Großherz. Hessen, 1853, S. 383.)

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