Titel: Kupferprobe, von Bruno Kerl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 4 (S. 234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi03_4

Kupferprobe, von Bruno Kerl.

Auf den Oberharzer Silberhütten ist seit Kurzem zur Bestimmung des Kupfergehaltes in Kupfererzen, kupferhaltigen Steinen etc., statt der zeitraubenden, kostspieligen und unsichern trockenen Probe, nachstehende einfache Probe auf nassem Wege eingeführt:

1 Probircentner fein geriebenes Probegut wird in einem Digerirglase bei gelinder Wärme mittelst Königswassers zersetzt und die Lösung bei Zusatz von etwas Schwefelsäure zur Trockne gedampft. Nachdem zur trocknen Masse, um basische Salze löslich zu machen, einige Tropfen Schwefelsäure hinzugefügt sind, behandelt man dieselbe mit heißem Wasser, filtrirt und erhitzt das Filtrat in einem Digerirglase so lange mit einigen Eisendrahtstiften, bis ein in die Flüssigkeit getauchter blankgefeilter Eisendraht sich nicht mehr von metallischem Kupfer braun überzieht. Das ausgefällte Kupfer wird in dem Glase mehreremal mit heißem Wasser durch Decantation ausgesüßt, das Glas vollständig mit Wasser gefüllt, in eine Porzellanschale (oder einen Ansiedescherben) umgekippt und, nachdem sich die Drahtstifte und das metallische Kupfer nebst etwas Wasser in die Schale begeben haben, unter dem Wasser vorsichtig und rasch abgezogen. Die Drahtstifte reinigt man von anhaftendem Kupfer, wässert dieses noch einigemal auf die angegebene Art aus, trocknet es, damit eine Oxydation nicht eintrete, bei nicht zu hoher Temperatur und wägt.

Eine solche Probe, deren zu gleicher Zeit mehrere angestellt werden können, erfordert 3 bis 4 Stunden und weniger Zeit und gibt bei sorgsamer Ausführung nicht um 1 Probirpfund differirende Resultate.

Clausthal, im Januar 1854.

(Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1854, Nr. 5.)

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