Titel: Verfahren beim Abbeizen und Reinigen von Metallgegenständen mittelst Säure; von J. Symonds und G. Mouchet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 5 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi03_5

Verfahren beim Abbeizen und Reinigen von Metallgegenständen mittelst Säure; von J. Symonds und G. Mouchet.

Wenn metallene, namentlich eiserne Gegenstände durch Abbeizen in einer Säure gereinigt und blank gemacht werden, so wird nicht bloß das vorhandene Oxyd von der Oberfläche der Gegenstände entfernt, sondern die Säure löst auch mehr oder weniger von dem Metall selbst auf, was namentlich den Nachtheil bringt, daß die Oberfläche der Gegenstände ihre Glätte verliert und rauh wird. Um dieß zu vermeiden, machen die Vorgenannten die zu reinigenden Metallgegenstände während des Eintauchens in die Säuremischung zum negativen Pol einer galvanischen Kette, wodurch, nach einem bekannten Verhalten, das Metall, woraus sie bestehen, vor der Auflösung mehr oder weniger vollständig geschützt wird. Sie benutzen zu diesem Zwecke einen viereckigen Behälter, in dessen Mitte zwei schmale poröse Zellen stehen. Jede dieser Zellen enthält eine Anzahl Zinkplatten, welche an einer über der Zelle liegenden Eisenstange befestigt sind. Zur Seite jeder Zelle ist in dem Behälter ein beweglicher, mit Löchern versehener hölzerner Boden angebracht, auf dessen oberer Fläche eine hin und hergebogene Eisenschiene befestigt ist. Diese Schiene wird durch einen Draht mit der Stange, an welcher die Zinkplatten der betreffenden Zelle hängen, in metallische Verbindung gesetzt. Beim Gebrauche füllt man den Behälter |235| und die Zellen so weit als nöthig mit einer Flüssigkeit, die erhalten wird durch Auflösen von 50 Pfund Kochsalz in 1000 Pfund Wasser und Zusatz von 3/4 Pfund Schwefelsäure oder Salzsäure zu je 12 Pfund dieser Lösung. Die zu reinigenden Gegenstände werden aus die erwähnten Böden gelegt, wobei sie, da sie mit den auf diesen Böden befestigten eisernen Schienen theils direct, theils vermöge ihrer Berührung unter einander in leitende Verbindung kommen, zum negativen Pol einer einer einfachen galvanischen Kette werden. Die reinigende Wirkung der Flüssigkeit wird nöthigenfalls durch Erwärmen derselben mittelst eines Dampfrohres, welches unten in dem Behälter liegt, unterstützt. Die von den Gegenständen abgelösten Unreinigkeiten sinken durch die Löcher der beweglichen Böden hinab auf den Boden des Behälters. Für das Abbeizen von Blechen ist der Behälter an zwei gegenüber stehenden Seiten mit verticalen eisernen Ruthen versehen, in welche die Bleche eingeschoben werden, so daß sie mit ihrem unteren Rande auf der erwähnten Schiene stehen.

Wenn Gegenstände von Schmiedeisen gereinigt werden, kann man die Zellen mit den Zinkplatten auch weglassen, und die Gegenstände einfach auf einem gußeisernen Roste in der Reinigungsflüssigkeit anbringen, da nach den Verfassern das Schmiedeisen durch das Gußeisen genügend geschützt wird. Will man die Zellen dabei anwenden, so kann man in denselben statt Zink Gußeisen anbringen.

Wenn Gegenstände von Kupfer, Messing u.s.w. nach diesem Verfahren gereinigt werden, so ist der dazu benutzte Behälter nicht zur Reinigung eiserner Gegenstände zu verwenden, da diese aus etwa in dem Behälter zurückgebliebener kupferhaltiger Flüssigkeit Kupfer auf sich niederschlagen würden.

Man könnte auch eine Reihe von Behältern, ähnlich dem beschriebenen, aber jeder bloß mit einer Zelle versehen, neben einander stellen, und wie bei einer zusammengesetzten galvanischen Kette, jedesmal das Zink oder Gußeisen des einen mit den zu reinigenden Gegenständen des folgenden Behälters in metallische Verbindung setzen. (Nach dem London Journal of arts, Septbr. 1853, durch die Mittheil, des hannoverschen Gewerbevereins, 1853, Heft 5.)

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