Titel: Ueber die Bereitung des Jodammoniums für Photographen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 2 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi04_2

Ueber die Bereitung des Jodammoniums für Photographen.

Das gewöhnliche Verfahren zur Bereitung des Jodammoniums, das gegenwärtig in der Photographie so häufig Anwendung findet, beruht auf der Zersetzung des Jodeisens oder Jodzinks durch kohlensaures Ammoniak. Es hält bekanntlich aber sehr schwer, auf diese Weise ein vollkommen weißes Salz zu erhalten, selbst dann, wenn man Sorge trägt, daß in den zu verdampfenden Flüssigkeiten beständig das Ammoniak vorwaltet. Man weiß auch, welchen Verlusten man sich aussetzt, wenn man den gebildeten Niederschlag nicht sorgfältig auswäscht, wodurch man andererseits wieder die Gefahr der Zersetzung des Salzes vermehrt.

Das neue Verfahren bezweckt, diese Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Das nach demselben bereitete Präparat hält sich zwar nicht beständig mit weißer Farbe, aber man gewinnt es wenigstens sehr schnell und ohne alle Schwierigkeit reiner, als nach allen übrigen Methoden.

Läßt man Jod auf eine concentrirte Lösung von caustischem Kali einwirken, so bildet sich bekanntlich Jodkalium und jodsaures Kali; nicht so bei Ammoniak. Es bildet sich wohl, wie bei den fixen Alkalien, eine bestimmte Menge Jodammonium, aber statt des jodsauren Ammoniaks eine eigenthümliche Substanz, nämlich der im höchsten Grade explosive Jodstickstoff, so daß man auf diese Weise einigermaßen große Quantitäten Jodammonium nicht darstellen könnte, ohne sich der größten Gefahr auszusetzen.

Läßt man das Jod aber, statt auf Aetzammoniakflüssigkeit, auf Schwefelammonium einwirken, so ist die Operation außerordentlich einfach und gefahrlos. Bei Anwendung der richtigen Mengen erhält man weiter nichts, als einen Niederschlag von Schwefel und Jodammonium in Lösung.

Man bringt in eine Flasche eine kleine Menge Jod und Wasser und gießt nach und nach, unter beständigem Rühren, eine concentrirte Lösung von Schwefelammonium darauf, bis die Flüssigkeit die rothe Farbe vollständig verloren hat. Man decantirt von dem niedergefallenen Schwefel die klare Flüssigkeit, fügt nach Bedürfniß einige Tropfen Ammoniak hinzu und läßt aufkochen, um allen Geruch nach Schwefelwasserstoff oder Ammoniak zu entfernen, filtrirt darauf und verdampft. Während der letzteren Operation muß man beständig rühren, um eine weiche Masse zu erhalten, welche man hierauf im Wasserbade eintrocknet.

Das so erhaltene Jodammonium bildet ein schönes weißes Krystallpulver, welches sich bei Luftabschluß einige Zeit sehr gut erhält. Man kann indeß nicht verhindern, daß es nach einigen Wochen gelb oder braun wird; aber dann ist es leicht, ihm sein früheres Ansehen wiederzugeben durch Auflösen in sehr wenig Wasser, Behandeln mit Schwefelwasserstoffgas, welches es vollkommen entfärbt, Filtriren und Verdampfen. Das Salz ist dann wieder rein und unzersetzt. (Aus Journ. de Pharm. et de Chim., durch Archiv d. Pharmacie, Bd. CXXVI S. 298.)

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