Titel: Zur Photographie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 3 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi04_3

Zur Photographie.

1. Verbesserung der Fixirbäder; vom Abbé Laborde.

Man sucht fast immer bei den positiven Lichtbildern die mehr oder weniger dunkeln Schokolatefarben zu vermeiden, welche die Anfänger in dieser Kunst gewöhnlich erhalten. Man gelangt dazu leicht mittelst des schon längst von Hrn. Blanquart empfohlenen Verfahrens, welches darin besteht, dem Bad von unterschwefligsaurem |318| Natron Essigsäure zuzusetzen. Die Umwandlung der Farben ist um so rascher und sicherer, je stärker das Verhältniß der Essigsäure ist; aber das so bereitete Bad läßt sich nur für eine kleine Anzahl von Bildern benutzen, weil es sich leicht trübt; es bleibt höchst zertheilter Schwefel in der Flüssigkeit suspendirt, und man mag das Eintauchen eines Bildes noch so kurz dauern lassen, so kommt es mit erdigen gelben Farben heraus, welche sich nur für wenige Gegenstände eignen. Man vermeidet alle diese Uebelstände, ohne irgend einen Vortheil zu opfern, wenn man dem Bad von unterschwefligsaurem Natron, bevor man es ansäuert, ein Salz zusetzt, dessen Basis mit dem Schwefel eine lösliche Verbindung bilden kann. Folgendes auf diesem Princip beruhende Verfahren habe ich in der Praxis am bequemsten gefunden: man neutralisirt 25 Gramme Aetzammoniak mit Essigsäure, setzt dann 100 Gramme gewöhnliche Essigsäure und 500 Gramme Wasser zu; diese Lösung läßt sich ohne Zersetzung aufbewahren. Wenn man sie anwenden will, gießt man davon 100 Gramme auf 8 Gramme unterschwefligsaures Natron. Nachdem mehrere Bilder ihre löslichen Silbersalze in diesem Bade abgelagert haben, bildet sich allmählich unlösliches Schwefelsilber, welches meistens die Wände des Gefäßes überzieht und bei den folgenden Operationen gar nicht hinderlich ist.

2. Entwickelung des negativen Bildes; vom Abbé Laborde.

Wenn man Eisenvitriol mit überschüssiger Schwefelsäure anwendet, um das negative Bild zum Vorschein zu bringen, ist es gut, dem unterschwefligsauren Natron womit man es fixirt, ein wenig Aetzammoniak zuzusetzen; der Grund ist folgender: die mit dem schwefelsauren Eisenoxydul vereinigte Schwefelsäure dringt durch die Collodiumhaut, und es ist schwer sie vollständig zu entfernen; nun trübt aber die geringste Menge dieser Säure das unterschwefligsaure Natron und schlägt daraus Schwefel nieder, welcher in dem Bild einen schwachen Schleier läßt. Dieser Nachtheil verschwindet, wenn das Bad von unterschwefligsaurem Natron im voraus ein wenig Ammoniak enthält.

3. Ueber das Mißlingen der photographischen Operationen im Winter; von Hrn. Disderi.

Um das Mißlingen der photographischen Operationen im Winter zu vermeiden, empfiehlt der Verfasser in der Wärme zu arbeiten, indem man die verschiedenen Bäder auf einer Temperatur von 10 bis 12° Reaumur erhält, aber keiner höheren. Die Porzellanschüsseln, welche die verschiedenen Bäder enthalten, stellt man in ein größeres Gesäß von Weißblech, worin sich Wasser befindet, das durch eine Weingeistlampe erhitzt wird. Das Collodium soll man auf derselben Temperatur erhalten wie die Bäder, und die Glastafeln in ein Silberbad von 10 Proc. Gehalt bringen, sobald sie mit dem Collodium überzogen worden sind. Endlich sollte man die Bäder fast nach jeder Operation filtriren, um sie von Jodsilber oder reducirtem Silber zu befreien, auch muß man sich oft versichern daß das Silberbad nicht sauer ist. (Cosmos, Revue encyclopédique, Bd. III S. 737.)

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