Titel: Perrot's Nachahmung der Stickerei durch den Walzendruck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 7 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi04_7

Perrot's Nachahmung der Stickerei durch den Walzendruck.

Hr. Perrot, der Erfinder der nach ihm benannten Zeugdruckmaschine, ließ sich ein von ihm entdecktes Verfahren patentiren, die Gewebe so mit Dessins zu bedrucken, daß die Stickerei auf eine sehr angenehme Weise nachgeahmt wird. Er bereitet zuerst einen halbflüssigen Kitt (mastic, Klebmittel) mittelst Gutta-percha, welche zuvor durch Chlor vollkommen gebleicht worden ist, und die er dann in Schwefelkohlenstoff, oder Kautschuköl, Steinöl, Benzin, Terpenthinöl etc. auflöst; dieser Kitt ist in Wasser unauflöslich und widersteht also dem Waschen. Mittelst einer sehr tief gravirten Walze, welche wie gewöhnlich unter einer Pressionswalze angebracht ist und mit dem in einem Trog enthaltenen Kitt in Berührung kommt, trägt man letztern auf das Gewebe auf, welches dann das auf die Walze gravirte Muster aus dem Kitt (Klebmittel) bestehend enthält. Während der Kitt noch weich ist, oder nachdem man ihn durch die Einwirkung der Wärme erweicht hat, bestreut man ihn mit Metallpulvern, Gold und Silber, oder mit Scherflocken von Wolle, |319| Baumwolle, Seide etc., welche weiß oder verschieden gefärbt seyn können; die Nachahmung der Stickerei in Gold, Silber, Seide etc. ist alsdann erzielt. Man kann das Klebmittel auch mit farbigen Pulvern vermischen, die es innerlich färben. Um die Gutta-percha zu erweichen, damit ihr die Pulver oder Scherstocken anhängen, zieht man den bedruckten Zeug über eine heiße Walze oder Platte. (Cosmos, Revue encyclopédique Februar 1854, S. 141.)

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