Titel: Die Anwendung von Kupfervitriol zur Conservirung von Thierbälgen; von Dr. Wilh. Wicke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 8 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi04_8

Die Anwendung von Kupfervitriol zur Conservirung von Thierbälgen; von Dr. Wilh. Wicke.

Der zweifelhafte Erfolg welchen die arsenige Säure für den besagten Zweck hat, ist bekannt. Abgesehen davon, daß sie durch langsame Zersetzung die Zimmerluft vergiftet, wird durch eine Arsenik-Emulsion eigentlich nur die Lederhaut oder streng genommen nur die noch anhaftenden Fett- und Fleischreste vergiftet, während die Epidermis und die Federn einer ungehinderten Zerstörung der Speckkäfer – das Insect, was am meisten zu fürchten – preisgegeben ist. Früher schon wurde statt der arsenigen Säure Eisenvitriol empfohlen und in Anwendung gebracht auf die gleich beim Kupfervitriol zu beschreibende Weise. Man hat aber bald einen nachtheiligen Einfluß dieses Mittels darin erkannt, daß helle, namentlich weiße Federn durch eine Abscheidung von Eisenoxyd einen stark röthlichen Schimmer erhalten. Anders ist dieß mit dem Kupfervitriol. Er kann in einzelnen Fällen aus den Schäften der Federn krystallisiren, ist dann aber leicht mittelst einer Pincette zu zerdrücken und zu entfernen.

Man wendet den Kupfervitriol in fein gepulvertem Zustande an und reibt den feinen Staub mit Wasser zu einem dicklichen Brei an. Damit wird dann die innere Wand der Haut bestrichen und mit der übrigen Arbeit möglichst rasch fortgefahren, damit das Wasser nicht verdunstet. Ließe man die Masse eintrocknen, so würde die Haut eine unbequeme Härte erlangen und brüchig werden. Die Bälge werden durch und durch mit dem Salze imprägnirt und selbst in die Schäfte der Federn steigt es auf. Namentlich durch ihre Härte widerstehen diese jetzt der Zerstörung, während zugleich das Kupfersalz für die Thiere ein tödtlich wirkendes Gift ist.

Der Custos des Oldenburger Museums, Herr Wiepken, hat dieses Mittel bereits seit mehreren Jahren mit dem besten Erfolge in Anwendung gedacht. Er hat es zweckmäßig gefunden, dem Kupfervitriol ungefähr die doppelte Menge Alaun zuzusetzen, der durch seine Eigenschaft, mit organischen Geweben unlösliche Verbindungen zu bilden, allerdings von Nutzen sehn mag. (Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. LXXXVIII S. 135.)

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