Titel: Ueber die zweckmäßigste Bereitung der Phosphorpaste zur Vertilgung der Ratten und Mäuse; von E. Krause.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 9 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi04_9

Ueber die zweckmäßigste Bereitung der Phosphorpaste zur Vertilgung der Ratten und Mäuse38); von E. Krause.

Bei der Darstellung dieser häufig in Anwendung kommenden Paste zum Vergiften von Mäusen u.s.w. muß man bekanntlich mit großer Vorsicht verfahren, wenn der Phosphor sich nicht entzünden und dadurch dem Anfertiger gefährlich werden soll – sey es nun, daß man denselben vorher in einem Glase durch Schütteln mit heißem Wasser fein granulirt und dann kalt mit den übrigen Ingredienzen verletzt, oder daß man ihn im Mörser selbst unter Wasser schmelzt und dann sofort unter stetem Reiben mit dem Pistill das Uebrige hinzuthut.

Diesen Uebelstand beseitigt der Verfasser auf eine glückliche Weise durch vorherige Vereinigung des Phosphors mit Schwefel. Reibt man 6 Theile Phosphor und 1 Theil gestoßenen Schwefel unter Wasser, so vereinigen sich beide zu einer gelblichen trüb aussehenden Flüssigkeit, die unter dem Wasser etwa wie Quecksilber |320| liegt. So wie dieses, läßt sich die Verbindung durch Drücken in mehrere Kügelchen trennen, die nach Wegnahme des Trennungsinstruments gleich wieder zusammenfließen. Die Verbindung bleibt fortwährend flüssig und eignet sich daher ganz vortrefflich zur feinen Vertheilung in einen Mehlbrei. Ungemein rasch erfolgt die Verbindung des Phosphors mit dem Schwefel, wenn man den mit Wasser gefüllten Mörser kurze Zeit an einen mäßig warmen Ort stellt, so daß er etwa lauwarm wird; vor der Bereitung der Paste läßt man ihn und seinen Inhalt dann erst wieder erkalten.

Ein anderer Uebelstand, der die fertige Paste betrifft, ist ihre große Neigung zum Gähren. Krause empfiehlt zur Begegnung desselben einen kleinen Zusatz von Senfpulver. Seine bewährte Vorschrift zur Phosphorpaste ist folgende: man reibe 6 Drachmen Phosphor und 1 Drachme gepulverten Schwefel (keine Schwefelblumen) mit 6 Drachmen kaltem Wasser, und setze hinzu: 2 Drachmen Senfpulver, 10 Unzen kaltes Wasser, 8 Unzen Zucker und 12 Unzen Roggenmehl. (Zeitschr. f. Pharmacie 1853, Nr. 7.)

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Man vergl. über diesen Gegenstand polytechn. Journal, 1851, Bd. CXXI S. 381.

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