Titel: Metalline von Sibbald, ein Mittel zur Verhütung des Kesselsteins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 2 (S. 460)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi06_2

Metalline von Sibbald, ein Mittel zur Verhütung des Kesselsteins.

Die Mischung besteht aus 1 Theil Talg, 1 Theil Graphit in der Form eines feinen Pulvers, und 1/2 Theil ebenfalls fein gepulverter Holzkohle. Man läßt den Talg schmelzen, und bringt hierein vorsichtig die übrigen Ingredienzien. Um die Mischung zum Ausstreichen flüssig zu erhalten, bringt man etwas Oel oder Theer in solcher Menge zu, als es die Anwendung verlangt. Man erwärmt darauf das Ganze etwas und streicht es mit dem Pinsel auf die Innenwände des Kessels auf, den man ebenfalls ein wenig erwärmt. Es trocknet schnell und bildet einen Ueberzug, ähnlich dem gewöhnlichen schwarzen Anstrich. War der Kessel schon gebraucht, so bringt man die Mischung unmittelbar auf den Kesselstein; nach wenigen Tagen der Benutzung schält und erweicht sich die Kruste, so daß man siedann leicht mit einer Kratze oder Kratzbürste wegnehmen kann. Bei noch reinen Kesseln verhütet sie die Bildung einer Kruste und hängt fest und lange an dem Bleche. Außerdem hält sie den Kessel dicht und verhütet das Rosten der Niete und der Bleche an den Verbindungsstellen. Meistens ist der Anstrich an den der Bildung einer Kruste vorzüglich ausgesetzten Theilen alle 14 Tage zu wiederholen; doch hängt dieß auch von der Form des Kessels, von der Natur des Brennmaterials und von der Beschaffenheit des Speisewassers ab. Eine Eigenthümlichkeit. welche die Mischung auszeichnet, und vorzüglich durch das richtige Verhältniß der Bestandtheile bedingt wird, ist die, daß sie trotz der Einwirkung der Wärme und der Bewegung des Wassers und der darin enthaltenen festen Theile, fest am Bleche haftet. Man kann sie auch zum äußeren Anstrich des Kessels, sowie an Fundamentplatten, Gestellen von Maschinen u.s.w. anwenden. Beim Seedienst dient sie, die Oxydation der Nägel und Niete, sowie das Verfaulen des Holzes zu verhüten. Eben so kann sie in der Architektur mannichfache Anwendung erleiden. Den Talg könnte man vielleicht durch andere fettige Substanzen und die Holzkohle durch gepulverte Kohks ersetzen; doch liegen darüber noch keine Erfahrungen vor. (Aus dem Technologiste, August 1853, durch die Zeitschrift des österreichischen Ingenieur-Vereins, 1854, Nr. 2.)

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