Titel: Ueber die überschätzte Gefährlichkeit der grünen Arsenikfarbe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 131/Miszelle 5 (S. 462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj131/mi131mi06_5

Ueber die überschätzte Gefährlichkeit der grünen Arsenikfarbe.

Hofrath Dr. Krahmer aus Halle hielt bei der Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Wiesbaden, im September 1852, einen Vortrag über die überschätzte Gefährlichkeit der grünen Arsenikfarbe. Namentlich sprach er gegen die Annahme, daß der Arsenik eine Verbindung mit Wasserstoff eingehe, und so als Arsenik-Wasserstoff auf die Zimmerbewohner schädlich wirke, oder auch als arsenige Säure (durch Zersetzung des Wassers). Bunsen hat eine ganze Reihe flüchtiger Arsenikverbindungen bekannt gemacht, die seitdem bei den Aerzten, in deren Gehirnventrikel sie sich gezogen haben, zu einer sehr wichtigen Ursache von Erkrankungen geworden sind. v. Basedow namentlich führe Unglücksfalle der Art an, wo mehrere Personen unter Symptomen der Arsenikvergiftung erkrankt seyen, ohne daß eine solche anders als aus der Zimmerfarbe zu erklären gewesen; auch habe das betreffende feuchte Parterrezimmer einen eigenthümlichen Knoblauch- oder Meerrettiggeruch gehabt. Dagegen wendet Hofrath Krahmer ein, daß das spurweise Vorkommen von Arsenik überhaupt nicht einmal nachtheilig wirke, und daß eine Reihe von Untersuchungen an grüner Arsenikfarbe, die er mit Lehm, Milch u.s.w. gemischt und dem Durchstrich der Luft ausgesetzt hatte, ihm nie auch nur ein spurweises Vorkommen flüchtiger Arsenikverbindungen in der Luft ergeben habe; so wie die chemische Untersuchung nach Verlauf von Jahren wenig oder gar keinen Mangel an dem zum Versuch gewählten Arsenik nachweisen konnte, indem auf 1000 Theile nicht mehr als 2 fehlten. (Aus dem Amtlichen Bericht über die 29te Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte. Wiesbaden 1853.)

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