Titel: Anfertigung wasserdichter, aber luftdurchlassender Zeuge, nach H. Bessemer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1854, Band 133/Miszelle 10 (S. 315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj133/mi133mi04_10

Anfertigung wasserdichter, aber luftdurchlassender Zeuge, nach H. Bessemer.

Die gewöhnlichen wasserdichten Zeuge sind zur Kleidung, die anhaltend getragen wird, deshalb wenig geeignet, weil sie auch für die Luft und für die Ausdünstung des Körpers undurchdringlich sind. Bessemer ließ sich am 8 Junius 1853 eine Methode für England patentiren, welche darin besteht, statt das fertige Gewebe mit einem das Wasser nicht durchlassenden Ueberzuge zu versehen, dieß mit den Baumwoll- oder anderen Fäden vor dem Verweben vorzunehmen. Das aus solchen Fäden gebildete Gewebe ist für Luft und für die Ausdünstung durchlässig, ohne doch dem Wasser den Durchgang erheblich zu gestatten, da die Fäden selbst wegen des ihnen ertheilten Ueberzuges das Wasser nicht einsaugen und die Zwischenräume zwischen ihnen sehr klein sind. Als Ueberzug für die Fäden empfiehlt Vessemer eine nach Art eines Lackfirnisses bereitete Lösung von Copal oder Anime und gekochtem Leinöl in Terpenthinöl, die man in der Wärme mit etwa der Hälfte ihres Gewichts einer dicken Lösung von Kautschuk in Terpenthinöl vermischt hat. Das Ueberziehen des Fadens mit diesem oder einem anderen ähnlichen Firniß geschieht auf die Weise, daß man ihn durch denselben hindurch, und dann durch einen Einschnitt in einem Stück Leder oder Kautschuk passiren läßt, wobei der Uederschuß des Firnisses zurückbleibt. Nach dem Ueberziehen wickelt sich der Faden auf eine Walze, auf welcher er in gelinder Wärme getrocknet wird, worauf er verwebt werden kann. Da solche Fäden sehr glänzend sind, so haben die daraus oder mit Hinzunahme nicht überzogener Fäden gebildeten Gewebe auch ein hübsches Ansehen, (Repertory of Patent-Inventions, Januar 1854, durch polytechn. Centralblatt, 1854, Lief. 13.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: