Titel: Kitson's Frictions-Hammer.
Autor: Kitson, James
Fundstelle: 1855, Band 136, Nr. XLII. (S. 182–184)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/ar136042

XLII. Frictions-Hammer, von Hrn. James Kitson zu Leeds.

Aus dem Civil Engineer and Architect's Journal, Februar 1855, S. 44.

Mit einer Abbildung auf Tab. III.

Der in Fig. 23 dargestellte Hammer war einige Zeit in des Erfinders Etablissement zu Leeds im Betriebe, wo er als ein einfacher und wenige Kosten verursachender Hammer für schwerere Schmiedearbeiten vorgerichtet wurde. Auf den Wunsch des Instituts der mechanischen Ingenieure veröffentlichte der Erfinder nachstehende Beschreibung dieses Hammers, welcher sich durch praktische Brauchbarkeit und Einfachheit auszeichnet.

Der Hammerblock A, welcher 5 Cntr. wiegt, wird durch darin befindliche Falzen B, B geleitet und durch die platte schmiedeiserne Frictionsstange C, C von 5 1/2 Zoll Breite und 5/8 Zoll Dicke, welche durch einen Tförmigen Kopf und zwei Schließkeile S, S befestigt ist, gehoben.

Die Frictionsstange C wird durch zwei Walzen D und E gehoben, welche in weiter unten zu beschreibenden Zapfenlagern oben auf dem Hammergerüst sich drehen. Die eine von diesen Walzen D läuft lose auf ihrer Welle, und die andere E ist auf einer Welle befestigt, die von einer Triebrolle ununterbrochen umgedreht wird und an jedem Ende ein Schwungrad G, G hat, um dem Hube des Hammers das gehörige Moment zu geben.

Die Zapfen der Walze D liegen in einem Winkelhebel H, der sich um einen festen Mittelpunkt I unter der Walze dreht und an seinem andern Ende mit einer Kette versehen ist, welche über die Rolle T läuft und womit das Gewicht K verbunden ist. Dieses Gewicht drückt die Frictionswalze D gegen die Triebwalze E, ergreift die Frictionsstange C, die zwischen beiden Walzen festgehalten ist, und hebt den Hammer schnell in die Höhe; ein zu hoher Hub des Hammers wird durch einen hölzernen Aufhalter am Gerüst verhindert.

Das äußerste Ende des Hebels H ist durch eine Stange mit dem Griff L verbunden; zieht man denselben nieder, so wird die Frictionswalze etwas zurückgedrückt, die Frictionsstange wird etwas frei und der Hammer fällt nieder. Läßt man den Griff L fahren, oder befreit man die Frictionswalze von dem Druck, so wird der Hammer mittelst der von den Walzen |183| ergriffenen Stange gehoben, und man kann ihn mit Hülfe des Griffs L von jeder beliebigen Höhe fallen lassen.

Der Schmied, welcher den Griff in der Hand hat, ist also vollkommen Herr des Hammers, indem er lediglich den Griff niederdrückt oder ihn wieder in die Höhe gehen läßt. Der vorliegende Hammer macht 25 bis 30 Schläge in der Minute bei seinem vollen Hube von 5 Fuß; bei einem Hube von 2 Fuß macht er etwa 40 Schläge in der Minute, und bei 14 Zoll Hub 84 Schläge. Die Triebrolle macht, wenn der Hammer im Betriebe ist, 132 Umdrehungen in der Minute.

Durch den zweiten Griff M wird eine Frictionsbremse N in Betrieb gesetzt, welche dazu dient, den Hammer in jeder Lage aufzuhalten. Die Bremse N ist am Ende des zweiten Winkelhebels O, der sich um einen darunter befindlichen Bolzen dreht, angebracht und wird durch eine Kette U und ein zweites Gewicht P gehoben. Beide Gewichte befinden sich in einer von den hohlen Säulen des Gerüstes. Dieses Gewicht drückt die Bremse gegen die Frictionswalze D, und da alsdann die Hebestange zwischen denselben durch den entgegengesetzten Druck der beiden Gewichte gehalten wird, so ist man im Stande, den Hammer in jeder beliebigen Höhe aufzuhalten.

Während des Hammer-Betriebes wird der Bremsengriff immer niedergehalten; ein Schmied oder sonstiger Arbeiter hält diesen Griff in der einen und den Griff L in der andern Hand. Auf diese Weise wird der Betrieb des Hammers mit großer Schnelligkeit und Genauigkeit bewirkt und kann man ihn augenblicklich auf- und festhalten, indem man den Bremsengriff fahren läßt.

Das Gerüst, welches die Zapfenlager der Hebewalzen und der Bremse trägt, ist auf vier Kautschuk-Federn R, R angebracht, die auf dem Hauptgerüst befestigt sind. Diese Federn haben den Zweck, den Stoß zu mildern, welchen die Frictionsstange erleidet, wenn der Hammer sogleich in vollen Gang kommt; die Kautschukfedern werden im ersten Moment zusammengedrückt und gestatten den Hebewalzen sich etwas zu senken, während der Hammer in Gang kommt.

Das untere Tförmige Ende der Frictionsstange steht auf einer 12 Zoll dicken Lage von mehreren Stücken Holz, die in dem Hammerblock befestigt sind und deren Elasticität die Stöße mindert, welche die Hebestange bei jedem Schlage des Hammers erleidet.

Als dieser Hammer zuerst in Betrieb kam, wurde die nur 4 Zoll breite und 3/8 Zoll dicke Frictionsstange in dem Hammer mittelst eines einzigen 4 Zoll starken Holzes, welches unter ihrem Kopf lag, befestigt und die Kautschukfedern waren damals noch nicht angebracht; die Folge |184| war, daß die Schließkeile S, S oft zweimal wöchentlich zerbrachen. Darauf brachte man zwischen den Schließkeilen und dem T-Kopf ein 3/8 Zoll starkes Stück Kautschuk an, wodurch man ein besseres Resultat erlangte. Später wurden die Kautschukfedern unter den Walzenzapfenlagern und die Holzpackung unter dem T-Ende der Hebestange angebracht. Dadurch ist die ganze Construction wesentlich verbessert und der Betrieb war neun Monate hindurch eben so regelmäßig als frei von Unfällen und Reparaturen.

Die einzige Abnutzung, welche bei der Maschine stattfindet, ist die der Frictionsstange, da wo sie zuerst von den Hebewalzen gefaßt wird, was eine Länge von etwa 14 Zollen trifft, deren Abnutzung etwa 1/8 Zoll in der Woche beträgt, wenn der Hammer stets im Betriebe steht. Diese Reparatur veranlaßt aber nur geringe Kosten für Schmiedearbeit; um die Stangen länger benutzen zu können, sollte man sie 7 Zoll statt 5 1/2 Zoll breit machen.

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