Titel: Hetherington's u. Dugdale's Anfertigung von Modellen zum Einformen.
Autor: Hetherington, John
Dugdale, E.
Fundstelle: 1855, Band 136, Nr. LXXVIII. (S. 343–345)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/ar136078

LXXVIII. Verbesserungen bei der Anfertigung und Anwendung von Modellen zum Einformen von Gegenständen die in Eisen, Messing oder andern Metallen abgegossen werden sollen; von I. Hetherington zu Manchester und E. Dugdale zu Blackburn.

Patentirt in England am 27. April 1853.

Aus dem London Journal of arts, März 1855, S. 146.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Der erste Theil dieser Erfindung besteht in einem verbesserten Verfahren zur Anfertigung der Modelle für das sogenannte flache Einformen (plate moulding). Bei dem neuen Verfahren werden solche Modelle, die nach der gewöhnlichen Methode in zwei Theilen eingeformt werden, in zwei Theile durch eine Linie getheilt, die den breitesten Flächen des Modelles entspricht; und die so getrennten Flächen werden zu beiden Seiten eines zwischenliegenden Brettes befestigt, in der Art, daß sie genau zusammenfallen, wie wenn sie nicht getheilt wären. Diese Theilung des Modelles in zwei Theile kann aber manchmal nicht ohne die Zerstörung von einem derselben bewirkt werden; es sind demnach in solchen Fällen zwei vollständige Modelle erforderlich, um zwei vollkommene und entsprechende Theile zu machen; dann müssen dieselben mit der größten Genauigkeit und Sorgfalt auf dem Brette befestigt werden, so daß sich die beiden Hälften genau entsprechen. Dadurch wird dieses, gegen das gewöhnliche sehr vortheilhafte Verfahren auf diejenigen Fälle beschränkt, wobei so viele Abgüsse einerlei Art gemacht werden, daß man die Kosten zweier Modelle nicht zu sparen braucht.

Das Einformen oder Eindämmen ist bei diesem verbesserten Verfahren das gewöhnliche, und es befindet sich daher die eine Hälfte des Modelles in dem einen und die andere Hälfte desselben in dem andern Theil des Formkastens. Nachdem die Modelle herausgehoben wurden und der Kasten wieder zusammengesetzt worden ist, sind die beiden Hälften des Kastens, parallel ihren Flächen, auf eine Entfernung getrennt, die gleich der Stärke des Modellbrettes ist. Nun ist es einleuchtend, daß wenn die Seiten des Kastens verschlossen sind, so daß das geschmolzene Metall nicht ausfließen kann, letzteres beim Eingießen den Raum zwischen den Kasten, sowie die |344| Formen über und unter diesem Raume ausfüllen und auf diese Weise Abgüsse des Modelles liefern wird, deren getrennte Theile an den entgegengesetzten Seiten der Platte befindlich sind. Nachdem ein solcher Guß abgerichtet und geglättet worden ist, kann er gleich einem flachen Modell benutzt werden. Wie schon bemerkt, müssen bei Bildung der Modellplatten nach dieser Methode die Modelle wie auf gewöhnliche Weise geformt werden; ist in diesem Falle mehr als ein Modell in der Platte oder dem Brett enthalten, so müssen zwischen denselben Canäle gebildet werden, damit das geschmolzene Metall von dem Einguß aus zu den verschiedenen Modellen gelangen kann. Man bildet auf der Platte ein Modell zu diesen Canälen, so daß dieselben sogleich geformt werden können. Solche Modelle, die sich nicht von dem Sande abziehen lassen, ohne daß die Form beschädigt wird, müssen die sogenannten unterschnittenen Theile an dem Haupttheil nur lose sitzend haben, damit dieser zuerst ausgehoben werden kann, worauf jene ebenfalls herausgezogen werden.

Fig. 26 ist der Durchschnitt eines Formkastens mit der Form eines Schwungrades, welche auf gewöhnliche Weise eingedämmt worden ist. a ist die Radform; b der Sand, welcher in gleicher Ebene mit dem Rande des Kastens c liegt; d ist der Sandkern, an den Seiten des Kastens, um die Ausdehnung der Platte für das beabsichtigte Modell zu umschreiben; er wird mit den Ohren d' versehen. Dieser Sandkern hat dieselbe Dicke, wie die intendirte Platte. Für das einzugießende Metall sind die erforderlichen Eingüsse angebracht und durch die Stifte f werden die beiden Formkastentheile in der gehörigen Entfernung von einander gehalten.

Der zweite Theil der Erfindung bezieht sich auf die Benutzungsweise der Modelle beim Einformen von Kugeln, runden Gegenständen oder Segmenten von solchen, um den Formen eine bedeutende Glätte zu geben; dieß wird durch das Drehen oder durch Schwingungen des Modelles bewirkt. Fig. 27 ist ein Querdurchschnitt des Endes, und Fig. 28 ein Längendurchschnitt der Vorrichtung; beide zeigen den Formkasten und die Anordnung des Apparates und des Modelles zu dem bemerkten Zweck.

Wir wollen annehmen, es sollen Röhren abgegossen werden: – das Röhrenmodell a wird auf der Welle b befestigt; dieselbe liegt in Lagern c, welche in einem Brett oder einer Platte d angebracht sind, und die Achse der Welle liegt horizontal oder parallel mit der obern Seite des Brettes, welches zur Aufnahme des Modelles ausgeschnitten ist, jedoch nur so weit, daß sich dasselbe drehen kann. Formkasten und Modell werden dann auf eine Formbank e gebracht, und es wird nun eine beliebige Anzahl von Röhren nach diesem Modell eingeformt. Zu dem Ende legt man die eine |345| Hälfte des Formkastens f über das Modell und auf das Formbrett, wie die Figur zeigt und erhält den Kasten mittelst der Stifte g in seiner Lage. Darauf wird der Sand in gewöhnlicher Weise über das Modell eingestampft, und es wird die Kurbel h an dem einen Ende der Modellwelle rundum oder nur hin und her gedreht, um der Form die gehörige Glätte zu geben. Der Formkasten wird dann abgehoben, ein anderer an seine Stelle gesetzt und diese Hälfte eben so vollendet, wie die erste. Darauf wird der Kern in die eine Kastenhälfte gelegt, es werden zwei Hälften zusammengesetzt und es wird der Abguß bewirkt.

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