Titel: Ueber die Ausdehnung des Gußeisens durch Erhitzung und die davon zu machende Anwendung zur Volumencorrection der Kugeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 1 (S. 72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi01_1

Ueber die Ausdehnung des Gußeisens durch Erhitzung und die davon zu machende Anwendung zur Volumencorrection der Kugeln.

Die Erfahrung, daß das Gußeisen bei wiederholtem Erhitzen eine dauernde Ausdehnung erleidet (man vergleiche polytechn. Journal Bd. CXXXI S. 27), brachte den Hüttenmeister Schmollik auf den Gedanken, die im Gusse zu klein ausgefallenen sechspfündigen Vollkugeln in die Rothglühhitze zu bringen, und er fand dieses Verfahren vom besten Erfolg. Auch war nach dem Aushitzen ihre Oberfläche schön blau und rein.

Ueber das Verfahren beim Richtigstellen etwas zu klein ausgefallener Vollkugeln theilt der Vergrath Rochel in Prizbram folgendes Nähere mit: bei den sechspfündigen Vollkugeln genügte ein einmaliges Erhitzen bis zur Rothglühhitze für den Zweck der erforderlichen Volumenausdehnung. Die Zeitdauer des Erhitzens betrug drei Viertelstunden, und es wurde dazu ein gußeiserner Formkasten von 12 Zoll Breite und Länge und 18 Zoll Höhe verwendet, der mit Ziegelstücken unterlegt und mit Kohlen zur Hälfte gefüllt wurde. Auf die Kohlen wurde die Kugel gelegt und wieder mit Kohlen bedeckt.

In ihrem absoluten Gewichte erleidet die Kugel durch das Erhitzen keine Aenderung, wohl aber ist ein Unterschied zwischen den frischen Bruchflächen einer erhitzt gewesenen und einer nicht wieder erhitzten Kugel. Letztere hat einen ziemlich lichten Bruch (des halbirten Roheisens, welches zu den in Sand gegossenen Vollkugeln angewendet wird); die erhitzte zeigte einen mehr grauen Bruch.

Schmollik hat auch die Größe der Ausdehnung, welche das Gußeisen durch einmaliges Erhitzen erleidet, bestimmt, indem er einen gußeisernen Würfel von 3 Wiener Duodezimalzoll drei Viertelstunden lang zur Rothgluth erhitzte und nach dem Erkalten wieder genau maß. Er war nachher nach jeder der drei Dimensionen um 1/4 Decimallinie größer als zuvor, was eine lineare Ausdehnung von 1/120 oder 0,00833 ausmacht. (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1855, Nr. 7.)

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