Titel: Ueber das Aluminium.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 5 (S. 74–75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi01_5
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Ueber das Aluminium.

Hr. Professor Wöhler theilt in den Annalen der Chemie und Pharmacie, März 1855, folgende interessante Notiz über die metallische Basis der Thonerde mit:

„Hr. Deville zu Paris ist gegenwärtig mit der Darstellung von Pfunden von Aluminium beschäftigt; die Beharrlichkeit und Geschicklichkeit, mit der er diese mühsamen Operationen fortsetzt, sind um so mehr anzuerkennen, als ihm dabei kein anderes Verfahren zu Gebote steht, als das ursprüngliche (Wöhler'sche), bis jetzt noch so kostbare, nämlich die Zersetzung von Chloraluminium mit Natrium, oder die Bunsen'sche Reductionsweise durch den elektrischen Strom. Er hat die große Aufmerksamkeit gehabt, mir eine Medaille, geprägt aus reinem Aluminium, zum Geschenk zu machen. Sie hat die Größe eines Zweithalerstücks und eine noch größere Dicke. Das Gepräge, den Kopf von Napoleon III. darstellend, ist vortrefflich und gibt eine klare Vorstellung von der vollkommenen Geschmeidigkeit dieses Metalls und seiner großen Anwendbarkeit, im Falle es einmal durch eine wohlfeilere Reductionsweise zu erhalten seyn würde, zu der man allerdings insofern einige Aussicht hat, als es Hrn. Deville gelungen ist, die Darstellung des Natriums zu verbessern und wohlfeiler zu machen. Wiewohl ich von meinen eigenen früheren Versuchen kleine Kugeln und über einen halben Zoll lange ausgehämmerte Plättchen von Aluminium besaß und seine Geschmeidigkeit und seine Unveränderlichkeit an der Luft kannte, so gestehe ich, war mir doch der Anblick einer so großen Masse von diesem Metall, und zwar verarbeitet zu einem Gegenstande der Kunst, in hohem Grade überraschend, und man kann nicht umhin, in vollem Maaße das Verdienst anzuerkennen, das sich Hr. Deville um die nähere Kenntniß dieses Metalls erworben hat.“

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