Titel: Barruel's Verfahren das Kupfer aus seinen Erzen mittelst Ammoniak auszubringen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 3 (S. 152–153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi02_3

Barruel's Verfahren das Kupfer aus seinen Erzen mittelst Ammoniak auszubringen.

Im Jahr 1852 veröffentlichte Barruel sein Verfahren, aus jedem Kupfererz, sey es Kupferkies oder Fahlerz und von noch so complicirter Zusammensetzung, alles Kupfer ohne Rösten auszuziehen, indem man einfach das gepulverte Erz in verdünntem Ammoniak suspendirt und durch die Flüssigkeit langsam einen Luftstrom blast.

Am 23. Januar 1854 ließ sich R. A. Brooman dieses Verfahren als Mittheilung in England patentiren. Obgleich die Patentbeschreibung die Angaben von |153| Barruel (im polytechn. Journal Bd. CXXV S. 115) nur durch unwesentliche Details ergänzt, wollen wir sie wegen der Wichtigkeit des Verfahrens vollständig mittheilen; sie lautet nach dem London Journal of arts, März 1855, S. 167 wörtlich:

„Der Patentträger beansprucht das Ausbringen des Kupfers aus seinen Erzen, durch Vermischen der gepochten Erze mit Ammoniak, Umrühren der Masse und gleichzeitiges Einblasen eines Luftstroms in dieselbe. – Das Verfahren ist folgendes: auf 20 Centner gepochtes Erz werden 15 bis 20 Ctr. Wasser angewendet, welchem eine Quantität Ammoniak zugesetzt wird, die nach dem Gehalt des Erzes verschieden ist, aber nie über 25 Procent des Wasserquantums betragen darf. Das Erz und die Flüssigkeit kommen in einen Bottich welcher mit einem Rührer versehen ist, dem die Bewegung mittelst einer Dampfmaschine oder eines Wasserrades mitgetheilt wird; während des Umrührens leitet man von einem Ventilatorgebläse Luft hinein, durch ein Rohr welches in den Bottich geht. Nachdem das Umrühren und Einblasen von Luft sechs bis acht Stunden lang gedauert hat, ist das Kupfer als Oxyd in der Flüssigkeit aufgelöst. Dieselbe muß abgezogen und abgedampft werden, wobei sie reines Kupferoxyd hinterläßt. Das Ammoniak läßt sich nach den bekannten Verfahrungsarten mit geringem Verlust wieder gewinnen.“

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