Titel: Feuergewehre mit automatischem Aufsetzen der Zündhütchen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 1 (S. 232)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi03_1

Feuergewehre mit automatischem Aufsetzen der Zündhütchen.

In einer der letzten Sitzungen des Instituts der Civilingenieure zu London theilte Hr. Néron aus Paris ein sinnreiches Verfahren mit, um die Zündhütchen auf den Piston eines Gewehrs aufzusetzen. Der Apparat besteht in einer Röhre, welche 22 Zündhütchen aufnimmt und die parallel mit dem Lauf und dicht an demselben liegt, zum Theil in den Kolben eingelassen und so angeordnet ist, daß, während das nahe Ende mittelst eines Stifts mit dem Hahn verbunden ist, das freie Ende sich in einem Schlitz verschieben kann. Die Wirkung dieser Röhre ist sehr einfach: – sie wird aus einem Behälter mit Hütchen gefüllt, von denen mehrere nur einen sehr kleinen Raum einnehmen, worauf man sie am Ende mit dem angebrachten Deckel verschließt. Zieht man nun den Hahn zur Hälfte auf, so wird die Röhre vorwärts gezogen, bis ein Zündhütchen auf den Piston gelangt; beim vollständigen Aufziehen des Hahns aber wird das Hütchen fest aufgedrückt. Wenn nach dem Abfeuern Theile von dem Kupfer an dem Piston hängen bleiben, so werden sie durch einen kleinen Haken an der Röhre, welcher beim Wiederholen der Operation ihr voran geht, entfernt.

Es ist augenscheinlich, daß durch diesen einfachen und wohlfeilen Zusatz an einem Gewehr viel Zeit beim Laden erspart und ein Zündhütchenverlust vermieden wird. Auch können die auf diese Weise angewendeten Zündhütchen leichter seyn, so daß sich etwa 25 Proc. Kupfer ersparen lassen. Endlich werden sie in der Röhre trocken erhalten und können also nicht durch Feuchtigkeit ihre Wirksamkeit verlieren und ein Versagen des Gewehrs veranlassen.

Diese Verbesserung soll die Approbation des franz. Kriegsministeriums erhalten haben und an den Minié-Gewehren etc. der Armee angebracht werden. Auch bei der engl. Armee soll sie eingeführt werden. (London Journal of arts, Februar 1855, S. 105.)

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