Titel: Einfaches Mittel zur Entfernung erstickender Luftarten aus Brunnen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 3 (S. 234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi03_3

Einfaches Mittel zur Entfernung erstickender Luftarten aus Brunnen.

Ein in Bremen kürzlich vorgekommener Erstickungsfall (wo ein Mann einen Peitschenstiel durch die Fuge im Deckel einer Düngergrube fallen ließ und beim Herausholen desselben ums Leben kam, weil ihm nicht schnell Hülfe wurde) erinnert mich daran, daß ich vor mehreren Jahren einen 36 Fuß tiefen, 3 1/2 Fuß weiten Brunnen graben ließ, und es mir sehr unangenehm war, denselben, als er nach mehreren Monaten wegen einer Reparatur am Rohre geöffnet werden mußte, einige Tage offen zu lassen, weil ein an einem Bindfaden hinabgelassenes Licht immer erlosch. Die Arbeiter schossen in den Brunnen, legten über demselben Feuer an; aber der Luftwechsel blieb stets in der Tiefe gleich mangelhaft. Da erklärte ich, die Luft binnen zwei Minuten verbessern zu wollen, holte einen Regenschirm, band ihn mit dem Stiele an eine Schnur, ließ ihn hinab, zog rasch wieder in die Höhe und wiederholte dieß einige Male. Ein nun hinuntergelassenes Licht brannte hell bis zum Wasserspiegel, und dicht über demselben fort. Mit Anwendung einer so einfachen Vorrichtung, die überall bei der Hand ist, wäre gewiß manchem Arbeiter das Leben zu retten gewesen, der im Brunnen erstickt ist; und ich denke, eine einfache Erzählung der Sache in vielgelesenen Volkskalendern würde am rechten Orte seyn. Sie erinnert an die glühende Kohle, welche der Professor nicht mit der Hand fortzuschaffen wußte, während dieß seiner Magd auf das Leichteste gelang, nachdem sie etwas Asche unter die Kohle in die Hand gelegt hatte. G. Kindt in Bremen. (Mittheilungen des hannoverschen Gewerbe-Vereins, 1855, Heft 1.)

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