Titel: Verbessertes Verfahren bei dem Anstriche hölzerner Fußböden mit heißem Leinölfirnisse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 6 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi03_6

Verbessertes Verfahren bei dem Anstriche hölzerner Fußböden mit heißem Leinölfirnisse.

Der früher von J. Thorr, Inspector des Krankenhauses zu München, im Kunst- und Gewerbeblatt des polytechnischen Vereins für Bayern veröffentlichte wohlfeile Anstrich für hölzerne Fußböden (polytechn. Journal Bd. CXX S. 78) hat sich als ganz vorzüglich erprobt. Durch die Anwendung dieses Fußbodenanstriches mit Leinölfirniß hat die Salubrität eine wesentliche Verbesserung und einen großen Fortschritt erreicht, weil der Fußboden bei der fortgesetzten, alljährlichen Erneuerung des Anstriches nach einigen Jahren einen glasartigen Ueberzug erhält, wodurch die Feuchtigkeit nach erfolgter Reinigung spurlos verschwindet, alle nassen Ausdünstungen beseitigt werden, und der Boden selbst nicht mehr so sehr verunreinigt werden kann.

Durch das neue Verfahren bei dem Fußbodenanstriche mittelst einer Beimischung von Siccatif ergibt sich der Vortheil, daß derselbe in Zeit von 24 Stunden schön glänzend und fest getrocknet ist, weßhalb dieses Verfahren alle Nachahmung verdient.

Die Bereitung des Leinölfirnisses geschieht auf folgende Weise:

Man nimmt zu dem Fußbodenanstrich auf 3 bayer. Maaß Leinöl 6 Loth Silberglätte und 8 Loth Siccatif.

Während des stärksten Kochens des Oels wird die feingeriebene Silberglätte hineingeschüttet und der entstehende weiße Schaum verrührt, damit es beim Anstriche keine Streifen gibt. Wenn das stark kochende Leinöl vom Feuer weggenommen worden ist, schüttet man langsam und vorsichtig das Siccatif, welches ein Steigen der Flüssigkeit verursacht, hinzu und verrührt es ebenfalls.

Beim Anstreichen sieht man darauf, daß das Oel im Topf immer sehr heiß und so flüssig wie Wasser, aber doch nicht so heiß ist, daß es im Topfe anbrennen kann, wodurch es eine zu dunkle Farbe erhalten würde.

Der Firniß kann, wenn er beim Anstreichen erkaltet und zähe wird, jederzeit wieder heiß gemacht werden, wobei man das Aufrühren nicht vergessen darf. (Bayerisches Kunst- und Gewerbeblatt, 1855, S. 82.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: