Titel: Der sogenannte Treppenrost, in Verwendung zu rauchlosen Feuerungsanlagen bei Dampfkesseln und Locomotiven.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 3 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi04_3

Der sogenannte Treppenrost, in Verwendung zu rauchlosen Feuerungsanlagen bei Dampfkesseln und Locomotiven.

Der sogenannte Treppenrost, mittelst dessen die Verbrennung von staubartigen Brennmaterialien wie Grieskohle (Grubenklein etc.) mit Vortheil angewendet werden kann, und dessen Gebrauch in Oesterreich seit schon geraumer Zeit bei Puddelöfen und sonstigen Feuerungsapparaten bekannt ist. wurde in neuerer Zeit in Frankreich zu Feuerungsanlagen bei Dampfkesseln und Locomotiven in Verwendung gebracht. Durch die staffelförmige Lage der Roststäbe bleibt der Gries, welcher sonst bei gewöhnlichen Einrichtungen durch die Zwischenräume durchfallend auf dem Boden oder im Aschenkasten verloren geht, im Herde. Ferner gestattet hiebei die Zuströmung der Luft, welche durch beträchtliche Zwischenräume vor sich gehen kann, eine leichtere Regulirung des Zuges und verhindert daher das Fortreißen der Asche und der kleinsten Brennmaterialstücke in die Rauchcanäle und bei Locomotiven durch die Siederöhren und die Esse.

Diese Vorrichtung gestaltet den Apparat selbst zu einem rauchverzehrenden, erlaubt daher den leichteren Verbrauch von Steinkohlensorten, die an Theer sehr reichhaltig sind, und übertrifft in ihrer Construction alle bisher bekannten Rauchverbrenungs-Apparate.

Für Locomotiven wird die Anwendung dieses Rostsystemes, wo sie noch nicht durch inländische Ingenieure gemacht wurde, die Möglichkeit bieten, die rohe Steinkohle selbst in kleinsten Stücken regelmäßig, daher auch kostenersparend zweckmäßig zu gebrauchen Ferner wird hierdurch für die Reisenden der so lästige Geruch beseitigt. Die Eisenbahn-Verwaltungen werden nicht mehr in die Notwendigkeit versetzt seyn, die Steinkohlen verkohlen lassen zu müssen, wie es bisher der Fall war. Die zu dieser Verwendung bei Locomotiven geeignetste Steinkohlenart dürfte jene der Banater Gruben seyn, deren Ausbeutung binnen kurzer Zeit in größerem Maaßstabe durch die österreichische Staatseisenbahngesellschaft bevorsteht. Der Treppenrost wurde durch Hrn. v. Marsilly, einem der Bergingenieure, welche von den Gründern der erwähnten Gesellschaft zur Bereisung der ihr von Seiten der h. Staatsverwaltung gemachten Montanconcessions-Objecte entsendet worden sind, nach Frankreich eingeführt.

Ueber die Art und Weise, wie diese Treppenroste schon früher im Gebrauche waren, ist zu erwähnen, daß das Eisenwerk zu Reschitza im Banate seine sämmtlichen Puddel-, Flamm- und Schweiß-Oefenroste nach demselben Systeme eingerichtet hat, ferner, laß eine ähnliche Einrichtung in dem Eisenwerke zu Wittkowitz in Mähren sich ebenfalls gut bewährt, endlich daß Feuerungs-Anlagen zu allerlei |317| Zwecken nach diesem Systeme definitiv oder versuchsweise gebaut wurden und die gewünschten Resultate hatten, z.B. bei Maschinenfabriken, Zuckerraffinerien, in Eisenbahnstationen und Hüttenwerken etc. (Austria.)

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