Titel: Neues künstliches Material zur Erbauung von Mauern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 4 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi04_4

Neues künstliches Material zur Erbauung von Mauern.

Seit einiger Zeit bedient man sich in der Grafschaft Essex des folgenden Materials zur Aufführung von Gartenmauern u.s.w. Dasselbe besteht aus Kies, etwas Sand, gehacktem Stroh und einer Quantität Kalk, welche hinreichend ist, um diese Substanzen mit einander zu verbinden. Man bringt dieses Material in eichene Formen aus 7 Centimeter starken Bohlen, die fest mit einander verbolzt sind, damit sie einem starken Druck Widerstand leisten können. Diese Formen werden am Boden etwas enger gehalten wie am oberen Theil, damit sie leichter auszuleeren sind. Die kleinen Massen, die man damit erzeugt, sind 37 bis 45 Centimeter lang, 25 breit und eben so stark, doch macht man auch kleinere Formen, je nach dem Bedurfniß, und für die Verbindung der Ecken u.s.w. Mit ihren Rändern wird die Form auf einem Werktisch fest angeschraubt. Ist sie auf ein Drittel angefüllt, so stampft man das Material fest ein mit einem Schlägel, dann macht man auf der abgestampften glatten Oberfläche Einschnitte und Vertiefungen, damit sich die folgende Schicht fest damit verbinde, über diese zweite Schicht gießt man einen sehr flüssigen Mörtel und macht an der Oberfläche desselben ebenfalls Einschnitte, was aber an der Oberfläche der letzten Schicht nicht geschieht. Diese künstlichen Steine werden wie die Ziegel hochkantig aufgestellt, um sie an der Luft zu trocknen, jedoch müssen sie viel weiter als diese auseinander stehen, damit die Luft reichlich durch ihre Reihen streichen kann. Bei Sonnenschein und bei gehörigem Schutz vor dem Regen werden sie in 10, höchstens 15 Tagen getrocknet seyn. Sie werden mit sehr grobem Mörtel versetzt, und mit Gyps, Cement oder feinem Mörtel verputzt wie die Bruchsteinmauern. Man schlägt die Kosten der mit diesem Material ausgeführten Gebäude um ein Drittel geringer an als Ziegelbauten. Zwei Männer können in einem Tage 200 bis 250 solcher Steine herstellen. (Förster's Notizblatt zur allgemeinen Bauzeitung, 1855, Bd. III S. 157.)

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