Titel: Ueber eine eigenthümliche Erscheinung bei der elektro-chemischen Ablagerung des Antimons; von G. Gove in Birmingham.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 5 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi04_5

Ueber eine eigenthümliche Erscheinung bei der elektro-chemischen Ablagerung des Antimons; von G. Gove in Birmingham.

Wenn man ein Stück metallisches Antimon durch einen Draht mit dem positiven Pool einer kleinen Smee'schen Batterie von einem oder zwei Plattenpaaren verbindet und dieses Antimonstück in eine Lösung des chlorwasserstoffsauren Antimonchlorids, d.h. des gewöhnlichen pharmaceutischen Antimonchlorids taucht, in welcher, zwei oder drei Zoll davon entfernt, ein blankes, wenigstens eben so großes Stück Kupferblech durch einen Draht mit dem negativen Pol der Batterie verbunden ist, so geht sogleich ein starker elektrischer Strom durch die Flüssigkeit und es setzt sich metallisches Antimon auf das Kupfer ab, in zwei bis drei Minuten einen deutlichen Ueberzug bildend. Ist der Strom zu stark, so erhält das abgelagerte Metall ein mattes Ansehen, und man muß einen schwächern anwenden oder das Antimonstück weniger tief eintauchen; dann bekommt der Absatz in kurzer Zeit ein schön glänzendes Ansehen, ähnlich stark polirtem Silber. Läßt man den Proceß 24 Stunden andauern, so erhält der Antimon-Ueberzug wenigstens die Dicke eines Sechs-Pence-Stückes, und als ich ihn 8 bis 9 Tage fortsetzte, erhielt ich einen durchgehend hellen und regulinischen Absatz, welcher über einen halben Zoll dick war.

Nimmt man zu irgend einer Zeit der fortschreitenden Ablagerung das niedergeschlagene Antimon heraus und schlägt es sanft oder reibt es mit einer harten Substanz, wie Metall oder Glas, so erfolgt eine Explosion mit einer kleinen Wolke von weißem Dampf, zuweilen mit einem Blitz und fast immer mit einer |318| Wärme-Entwickelung, die hinreicht, um sich die Finger zu verbrennen, Gutta-percha zu schmelzen, Papier anzuzünden und Tannenholz ganz braun zu dörren; stets ist auch damit ein Zerspringen des abgelagerten Metalls verknüpft. Zuweilen, wenn der Proceß der Ablagerung unterbrochen worden oder das abgesetzte Metall nicht homogen ist, fällt nur eine dünne Schuppe ab, und dann sind Explosion und Hitze geringer. In andern Fällen, wenn der Proceß regelmäßig war und das Metall homogen ist, dringt der Sprung bis zu einem Achtelzoll tief in das Metall ein.

Ich habe diese Erscheinung in etwa neun Fällen beobachtet; in einigen erfolgte die Explosion selbst in der Flüssigkeit, wenn ich den Niederschlag gegen die Wand des Glasgefäßes stieß; einmal geschah dieß, nachdem das Metall mit verdünnter Salzsäure gewaschen, getrocknet und mehrere Stunden außerhalb der Flüssigkeit aufbewahrt worden war.

Dieselbe Erscheinung zeigt sich bei dem Niederschlag aus einem Gemisch gleicher Volume der Antimonflüssigkeit und einer gesättigten Salmiaklösung, (Philosophical Magazine, Januar 1855, S. 73)

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