Titel: Ueber Trennung des Arsens von Metallen im Großen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 2 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi05_2

Ueber Trennung des Arsens von Metallen im Großen.

Eine von Wöhler vorgeschlagene Methode, das Arsen von den Metalloxyden zu trennen, besteht darin, daß man die Arsenverbindung mit dem vier- bis fünffachen Gewichte eines Gemenges von kohlensaurem und salpetersaurem Alkali mengt und dann schmelzt. Wasser löst aus der geschmolzenen Masse arsensaures Natron auf und läßt die Metalloxyde zurück. Durch dieses Verfahren bekommt man die Metalloxyde vollkommen frei von Arsen.

So vortrefflich diese Methode bei der Analyse ist, so ist sie bei einem fabrikmäßigen Betriebe zu theuer; da es aber in einem solchen Falle nicht auf vollständige Gewinnung, sondern nur auf vollständige Entfernung des Arsens ankommt, so kann man diese Methode so modificiren, daß man alle Vortheile derselben mit einer bedeutenden Billigkeit vereint. Ich hatte Arsen vom Uran zu trennen. Zu diesem Zweck wurde die feingepulverte, mit Kohlenstaub gemengte Arsenverbindung im Flammofen geröstet, wodurch ein großer Theil des Arsens verflüchtigt wurde. Das so geröstete noch arsenhaltige Pulver wurde mit 15 Proc. entwässerter Soda und 1 Proc. Natron-Salpeter innig gemengt und nochmals im Flammofen bei Luftzutritt geglüht. Die geglühte Masse wurde mit Wasser ausgelaugt, welches arsensaures Natron auflöste. Die Uranverbindung war nun vollkommen frei von Arsen. Ich machte denselben Versuch mit arsenhaltigem Uranerz mit demselben guten Erfolge.

Die Anwendung dieses Verfahrens bei der Fabrication des Nickels wird große Vortheile gewähren, denn bei der Verarbeitung der Nickelspeise (Ni³ As²) kann man durch anhaltendes heftiges Rösten mit Kohle zwar den größten Theil des Arsens entfernen, ein Theil jedoch bleibt hartnäckig beim Nickel, und Jeder, der in diesem Fache gearbeitet hat, wird wissen, wie ungemein schwierig es ist, das Nickel vollkommen frei von Arsen zu machen. Auf diese einfache und billige Weise muß es aber sicher gelingen, ein vollkommen arsenfreies Product darzustellen. Adolph Patera, k. k. Assistent in Joachimsthal. (Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1855, Nr. 22.)

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