Titel: Ueber die Wiederherstellung eines mit der Zeit zersetzten Chloroforms.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 10 (S. 465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi06_10

Ueber die Wiederherstellung eines mit der Zeit zersetzten Chloroforms.

Vor einiger Zeit ward dem Dr. Emil Riegel eine Flasche mit 3 bis 4 Pfd. Chloroform (bekanntlich das beste Lösungsmittel für Gutta-percha und Kautschuk), das zersetzt war, mit der Bitte zugesandt, dasselbe wieder in brauchbaren Zustand zu versetzen. Beim Oeffnen der Flasche stieß der Inhalt einen starken Rauch, ähnlich wie dieß bei der concentrirten Salzsäure der Fall ist, aus. Die nähere Untersuchung ergab keine andere Verunreinigung, als eine ziemliche Menge von Salzsäure. Der Versuch, durch Schütteln mit Kalkhydrat (frisch gelöschtem Kalk) die Salzsäure zu entfernen, gelang vollständig, so daß in dem abfiltrirten Chloroform nicht eine Spur von Kalk enthalten war. Das so behandelte Chloroform verhielt sich indifferent gegen Lakmus- und Curcumapapier, zeigte ein specifisches Gewicht von 1,49, trübte, tropfenweise dem Wasser zugemischt, dasselbe nicht, eben so wenig eine Auflösung von salpetersaurem Silberoxyd, coagulirte Eiweiß nicht, und löste Jod mit schön violettrother Farbe. Beim Verdunsten verblieb kein Rückstand.

Der heim Schütteln mit Kalkhydrat und beim nachherigen Filtriren sich ergebende nicht unbedeutende Verlust veranlaßte den Verfasser, den Rest des Chloroforms in einem Deplacirungstrichter mit Kalkhydrat, das sich auf einer Unterlage von Baumwolle befand, zu behandeln. Der durch letzteres Verfahren entstandene Verlust war kaum beachtenswerth, und das mittelst desselben gereinigte Chloroform den oben angegebenen Anforderungen entsprechend. (Neues Jahrbuch für Pharmacie, Bd. III S. 137.)

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