Titel: Das Bläuen der Garne und Gewebe mit künstlichem Ultramarin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 14 (S. 467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi06_14

Das Bläuen der Garne und Gewebe mit künstlichem Ultramarin.

Das künstliche Ultramarin, welches jetzt in großer Vollkommenheit dargestellt wird, eignet sich ganz vorzüglich zum Bläuen baumwollener, leinener und wollener Stoffe um so mehr, als der Preis für dasselbe ein niederer ist.

Baumwolle im Garn wird, nachdem sie vorher der Bleiche unterworfen war, durch ein Bad genommen, welches aus 45 preuß Quart Wasser, 10 Loth grüner Seife, welche man zuvor mit Wasser vollständig zu Schaum geschlagen hat, und 20 Loth Ultramarin besteht. Wenn das Garn ein schönes Weiß hat, so reichen diese 20 Loth Ultramarin aus, um 50 Pfd. vollständig zu bläuen, ist dagegen die Bleichung eine unvollständige gewesen, so muß man noch 10 Loth dieses Stoffes zugeben.

Die Anwendung der grünen Seife, d.h. im schwachen Verhältniß, ist sehr vortheilhaft bei dem Bläuen von baumwollenen und leinenen Garnen, es reinigt sie und gibt ihnen eine reinere und lebhaftere Farbe.

Dieß Blau verändert sich durchaus nicht, wenn man die Garne nicht ganz trocken verpackt, während dieselben mit Berlinerblau gebläut und noch etwas feucht verpackt regelmäßig verschießen, ungleich werden und grünliche Flecken bekommen. Dieß Bläuen mit Ultramarin läßt sich wie für Garne, auch für Stoffe und Gewebe aus Baumwolle und Leinen auf dieselbe Weise anwenden, nur hat man darauf zu achten, daß, ehe das Ultramarin zu diesem Zweck verwendet wird, man es durch einen feinen leinenen Lappen, oder mittelst Pinsel oder Bürsten durch ein feines Sieb passirt, um die Körner von einander zu trennen; hierdurch gibt man dem Blau viel mehr Gleichförmigkeit. Man behandelt die Gewebe beim Bläuen ganz auf dieselbe Art wie die Garne. Die Wolle, welche, wie man weiß, zum Bleichen der schwefligen Säure bedarf, kann vor dieser Operation nicht dem Bläuen unterworfen werden, weil sie dann einen gelblichen und nicht bläulichen Ton annehmen würde. Nach dem Bleichen behandelt man dieselbe in derselben Weise, wie die Baumwolle. Man hat darauf zu achten, daß dieselbe nicht einen zu dunkeln Ton annimmt, und bereitet die Bäder mit 6, ja 8 Loth Ultramarin weniger als bei der Baumwolle. (Beiblatt zur deutschen Musterzeitung, 1854. S. 135.)

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