Titel: Verfahren den zum Schleifen benutzten Smirgel zu reinigen und wieder brauchbar zu machen; von Prof. Fr. Crace Calvert.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 136/Miszelle 4 (S. 463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj136/mi136mi06_4

Verfahren den zum Schleifen benutzten Smirgel zu reinigen und wieder brauchbar zu machen; von Prof. Fr. Crace Calvert.

Bisher hat man den zum Schleifen benutzten Smirgel als einen werthlosen Abfall betrachtet; bisweilen suchte man ihn jedoch wieder benutzbar zu machen, indem man ihn zur Zerstörung des beigemengten Oels glühte, wodurch jedoch die übrigen Verunreinigungen nicht entfernt wurden, während andererseits der Smirgel durch diese Behandlung seine Härte verliert. Auf folgende Weise entziehe ich dem benutzten Smirgel das Oel und andere Unreinigkeiten, ohne seine Härte zu beeinträchtigen.

Ich koche den Smirgel mit einer hinreichenden Menge caustischer Natronlösung von 1,015 spec. Gewicht, um das Oel und die Fette zu verseifen und auszuziehen; dieß geschieht in einem gußeisernen Kessel, indem man mittelst eines Rührapparats den Smirgel möglichst in der Flüssigkeit suspendirt erhält. Nach beendigter Verseifung des Oels läßt man die Flüssigkeit in ein anderes Gefäß ablaufen; man kann sie darin mit Säure mischen, um die entstandenen Fettsäuren abzuscheiden und dieselben nach dem Waschen zu verschiedenen Zwecken zu verwenden. Zu dem im Kessel verbliebenen Smirgel läßt man Wasser laufen und setzt den Rührapparat wieder in Gang, um die dem Smirgel beigemengten Unreinigkeiten wegzuwaschen. Der Smirgel wird nun, wenn er nicht mit zu viel Eisen gemengt ist, getrocknet, und ist dann wieder benutzbar. Sollte der Smirgel aber eine große Menge Eisen enthalten, so entzieht man ihm dieses vor dem Trocknen, indem man ihn auf einer geneigten Fläche heruntergleiten läßt, längs welcher Elektromagnete angebracht sind, welche die Eisentheile zurückhalten. – Man kann solchen Smirgel aber auch mit Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure etc. behandeln, um das Eisen aufzulösen. – Der vom Eisen befreite Smirgel wird gewaschen, getrocknet und wenn er zu viel Sand oder andere Unreinigkeiten enthalten sollte, davon durch Schwingen befreit.

Um den Smirgel von Oel und Fetten zu befreien, kann man ihn auch mit dem unreinen Benzol behandeln, welches als Steinkohlentheeröl (coal naphtha) im Handel vorkommt, oder mit Schieferöl, Harzöl etc. Man unterzieht ihn einer methodischen Auslaugung mit diesen Lösungsmitteln, welche man nachher destillirt, um das flüchtige Oel zur neuen Benutzung wieder zu gewinnen, während die in der Blase zurückbleibenden Fette verschiedene Verwendungen gestatten.

Sollte der Smirgel Leim enthalten, so kann er davon durch bloßes Waschen mit Wasser zuerst befreit werden. – Patentirt in England am 22. Septbr. 1853. (Repertory of Patent-Inventions, Novbr. 1854. S. 434.)

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