Titel: Analysen einiger Kupfer-Zink-Legirungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 137/Miszelle 6 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj137/mi137mi01_6

Analysen einiger Kupfer-Zink-Legirungen.

Als bei der Darstellung von Messing die gewöhnlichen Verhältnisse der Metalle genommen, aber dazu altes Messing von nicht bekannter Zusammensetzung zugemischt war, bildete sich in einem der Gußstücke eine ganz andere Legirung als in der gelben.

Dieselbe war auf frischem Bruch glänzend silberweiß und reflectirte das Licht so gut wie Spiegelmetall. Sie war so spröde, daß man sie leicht pulverisiren konnte und das Pulver sah dunkelgrau aus. Der Bruch war muschlig und die Oberfläche lief an der Luft nach einiger Zeit gelb an. Spec. Gewicht = 8,09 bei 15,5° C. Sie löste sich unter Wasserstoffentwicklung vollständig in Salzsäure auf.

Da die Bestimmung des Kupfers nach Fuchs' Methode nicht glückte, so wurde die Lösung mit Schwefelwasserstoff gefällt und das Kupferoxyd wie gewöhnlich durch Aetzkali u.s.w. Die Analyse ergab in 100 Thln. nach D. Forbes (Chem. Gaz., October 1854, Nr. 288, S. 393):

Kupfer 46,51 entsprechend Cu₇ 46,17
Zink 53,49 Zn₈ 53,83

Die gelbe Legirung hatte krystallinischen Bruch, war aber nicht spröde und sah wie gewöhnliches Messing aus, nur war der Bruch mehr körnig als faserig. Das spec. Gewicht betrug 7,94–8,00. Die Analyse ergab in 100 Thln.:

Kupfer 56,91 entsprechend Cu₄ 43,34
Zink 43,09 Zn₃ 56,66

Als Forbes gleiche Aeq. Kupfer und Zink mit einem kleinen Ueberschuß (4 Proc.) von Zink zusammenschmolz, erhielt er eine gelbe Legirung, die auf dem Bruch grobkörnig war und hämmerbar schien, wenigstens im heißen Zustande.

Beim Zusammenschmelzen von 4 Aeq. Kupfer und 3 Aeq. Zink entstand eine weiße Legirung, nicht ganz so glänzend wie die erste und mehr krystallinisch auf dem Bruch.

Es ist bemerkenswerth, daß so kleine Schwankungen in der Menge beider Metalle so sehr verschiedene Producte liefern. (Journal für praktische Chemie, 1855, Nr. 7.)

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