Titel: Jobard's Pumpe und hydraulische Schleuder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 137/Miszelle 1 (S. 153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj137/mi137mi02_1

Jobard's Pumpe und hydraulische Schleuder.

Diese Pumpe mit constantem Strahle und sehr einfachem Mechanismus ist eine neue Anwendung des Kautschuks. Eine Kautschukröhre ist am untern Ende offen und taucht damit in das Wasser; oben bildet die Röhre einen Kegel, welcher der Länge seiner Seiten nach bis nahe an die Spitze aufgeschlitzt ist, und in einen Recipienten von Glas reicht. Auf der obern Oeffnung des Glasrecipienten befindet sich eine Kautschukkugel, welche oben mit einem Austrittsrohre von Kautschuk und zwei Lippen daran versehen ist. Drückt man auf die Kautschukkugel, so wird die Luft ausgetrieben und geht durch die Röhre mit den zwei Lippen, welche die Stelle einer Klappe versehen, die sich von innen nach außen öffnet. Läßt man die Kautschukkugel ihr früheres Volumen wieder annehmen, so entsteht, weil die Röhre mit den zwei Lippen die Luft nicht zurückdringen läßt, ein luftverdünnter Raum, und das Wasser steigt in dem untern Saugrohr in die Höhe. Bei öfterer Wiederholung derselben Operation wird die Luft immer dünner und das Wasser dringt bald durch die Schlitze des Kegels in den Recipienten, von letzterm in die Kautschukkugel und endlich als Strahl durch die Röhre mit den zwei Lippen.

Jobard hat auch eine hydraulische Schleuder construirt, um Wasser zu werfen, indem man eine einfache Kautschukröhre, welche mit leichten Klappen versehen ist, um die Hand kreisen läßt. Das eine Ende dieser Röhre taucht in Wasser, und die Bewegung der Schleuder erzeugt einen leeren Raum, der sich beständig wieder mit der Flüssigkeit füllt, welche man als Regen um sich her verbreiten will. – Auf diese Welse kann man die Vertheilung der Mistjauche in Gärten und auf Feldern je nach der angewandten Wurfkraft in einem größeren oder kleineren Umkreise bewerkstelligen. Es dürfte für diesen Zweck nicht leicht eine einfachere und ökonomischere Methode zu ermitteln seyn. (Cosmos, Revue encyclopédique, t. VI p. 573 & 609.)

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