Titel: Ueber die Anfertigung des Bromammoniums für photographische Zwecke; von Dr. Emil Riegel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 137/Miszelle 3 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj137/mi137mi04_3

Ueber die Anfertigung des Bromammoniums für photographische Zwecke; von Dr. Emil Riegel.

Die Anwendung des Bromammoniums statt des Jodammoniums in der Photographie soll nach Moigno den Vortheil bieten, daß die verschiedenen Farben einen ihrer Intensität proportionalen Lichteindruck liefern, so daß man eine wahre Copie der colorirten Bilder durch entsprechende helle oder dunkle Tinten oder Halbtinten erhält.

Zur Darstellung des Bromammoniums haben Barreswil und Davanne drei verschiedene Verfahrungsweisen angegeben, welche im polytechn. Journal Bd. CXXXII S. 75 mitgetheilt wurden. Der Zeitaufwand, der dazu erforderlich ist, ließ mich ein bei der Bereitung des Jodammoniums vielfach mit Vortheil benutztes Verfahren auch hier bei der Darstellung des Bromammoniums versuchen. Dasselbe besteht in der Zersetzung von Schwefelammonium durch Brom, wobei sich Bromammonium bildet, das in der Flüssigkeit gelöst bleibt, und Schwefel, der sich ausscheidet.

Zu dem Ende setzt man zu einer in einem geräumigen Glase befindlichen Quantität Brom, welches mit einer mindestens gleich großen Menge Wassers bedeckt ist, langsam und vorsichtig frisch bereitetes Schwefelammonium unter öfterem Umschütteln so lange zu, bis alles Brom verschwunden, der ausgeschiedene Schwefel eine graue Farbe und die Flüssigkeit ein milchiges Ansehen angenommen oder farblos geworden. Hierauf wird bis zum Kochen erhitzt, der Schwefel abfiltrirt, gehörig ausgesüßt und die klare farblose Flüssigkeit im Wasserbade zur Krystallisation oder Trockne verdampft. Sollte sich während des Abdampfens (in Folge überschüssig angewandten Schwefelammoniums) Schwefel ausscheiden, so muß vor dem völligen Abdampfen dieser abfiltrirt oder die ganze Flüssigkeit durch Abdampfen zur Trockne, Auflösen des Rückstandes in Wasser. Filtriren und Wiedereindampfen gereinigt werden. Das schon zu mehreren Malen nach diesem Verfahren dargestellte Bromammonium entspricht aller Anforderung und hat sich zu photographischen Versuchen sehr wirksam erwiesen. Nach mehr denn zweimonatlicher Aufbewahrung hat dasselbe noch keine sichtliche Veränderung erlitten.

Demgemäß kann ich zur Darstellung von Bromammonium die Behandlung von Brom mit Schwefelammonium als eine leicht ausführbare, schnelle und ergiebige Methode empfehlen. (Neues Jahrbuch für Pharmacie Bd. III S. 138.)

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