Titel: Verfahren den Manilla-Indig zu reinigen; von A. L. Peter zu Lyon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 137/Miszelle 6 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj137/mi137mi04_6

Verfahren den Manilla-Indig zu reinigen; von A. L. Peter zu Lyon.

Der Manilla-Indig, von der philippinischen Insel dieses Namens, konnte bisher wegen seines großen Gehalts an kohlensaurem Kalk und erdigen Substanzen zu den meisten Verwendungen die Concurrenz mit den übrigen im Handel vorkommenden Indigsorten nicht bestehen, und wurde namentlich zur Bereitung des Indigcarmins verworfen. Um ihn zu raffiniren, behandle ich ihn in fein gepulvertem Zustande mit Salzsäure, wasche ihn dann gehörig aus und trockne den zurückbleibenden Teig.

Die käufliche Salzsäure wird mit ihrem zwei- bis dreifachen Gewicht Wasser verdünnt; 100 Th. guter Manilla-Indig erfordern 50 bis 60 Th. concentrirte Salzsäure, hingegen 100 Th. geringerer Sorte beiläufig 125 Th. Säure.

Man verfährt folgendermaßen: der fein gepulverte Indig wird mit soviel Wasser angerührt, daß er einen flüssigen Teig bildet; auf diesen gießt man allmählich die Säure; bei jedem Zusatz entsteht ein starkes Aufbrausen; wenn ein neuer Zusatz von Säure in der Masse keine aufbrausende Bewegung mehr hervorbringt, läßt man das Ganze durch Ruhe sich absetzen und bringt den Niederschlag dann auf Filter, um ihn wiederholt mit heißem Wasser auszuwaschen, welches reines oder alkalisches seyn kann; endlich wird der Teig gepreßt und getrocknet.

Der Manilla-Indig verliert durch diese Reinigung beiläufig 75 Proc. an Gewicht; aber dessenungeachtet gestattet sein Preis, ihn im Vergleich mit den anderen Indigsorten noch mit Vortheil anzuwenden, letztere enthalten bloß Spuren von kohlensaurem Kalk, daher sich obige Behandlung bei ihnen nicht lohnt. – Patentirt in England am 13. Juni 1854. (Repertory of Patent-Inventions, Juli 1855, S. 33.)

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