Titel: Ueber gelbe Gläser für photographische Laboratorien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1855, Band 137/Miszelle 5 (S. 462–463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj137/mi137mi06_5
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Ueber gelbe Gläser für photographische Laboratorien.

Fast sämmtliche Ateliers für Collodium, welche ich besuchte, haben ihre Laboratorien mit kanariengelbem Glas beleuchtet; ich habe ausdrücklich das orangegelbe Glas als das beste bezeichnet (polytechn. Journal Bd. CXXXIII S. 431), denn das lichtgelbe läßt sehr viele chemisch wirkende Strahlen hindurch und man nimmt es wahrscheinlich deßhalb, um bei den Operationen besser zu sehen, bedenkt jedoch nicht, daß man auf anderer Seite sich wieder schadet. Diese lichtgelben Gläser sind mit Uran gefärbt und besitzen zu wenig gelbes Licht, um nicht chemische Strahlen hindurch zu lassen.

Daß das orangegelbe Glas diesen Fehler nicht hat, davon habe ich mich durch eine concentrirte Lösung von chromsaurem Kali überzeugt. Wenn man diese Auflösung mit Gummi oder Leim verdickt und in der Dicke von 1 Millimeter auf gewöhnliches Glas aufträgt, so wird man für jodirtes Collodium alle chemischen Strahlen im Laboratorium beseitigen. – Das doppelt-chromsaure Kali wird noch besser seyn, denn wenn man die concentrirte Lösung desselben mit starkem Leim versetzt, so erhält man genau die orangegelbe Färbung des mit Silberoxyd gefärbten Glases.

Obschon Hr. Hunt sagt, daß durch orangegelbes Glas die chemischwirkenden Strahlen nicht durchdringen, so gibt es doch derartige für das Licht empfindliche Schichten, welche dennoch sehr stark afficirt werden, wie z. B eine empfindlich gemachte Silberplatte, und ich habe gefunden, daß dieß auch bei bromirtem, sehr empfindlichem Collodium der Fall ist. Wilh. Horn. (Photographisches Journals 1855, Bd. IV Nr. 6.)

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