Titel: Verfahren, den zur Chlorbereitung angewandten Braunstein wieder auf Mangansuperoxyd zu verarbeiten; von W. H. Balmain zu St. Helens, Lancashire.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 139/Miszelle 6 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj139/mi139mi03_6

Verfahren, den zur Chlorbereitung angewandten Braunstein wieder auf Mangansuperoxyd zu verarbeiten; von W. H. Balmain zu St. Helens, Lancashire.

Um den zur Chlorbereitung verwendeten Braunstein mit Vortheil auf Mangansuperoxyd zu verarbeiten, geschieht dieß in Verbindung mit der Salmiakfabrication vermittelst der ammoniakalischen Flüssigkeit der Steinkohlengas-Anstalten.

Man läßt in einen großen Bottich eine Quantität des ammoniakalischen Gaswassers laufen und setzt demselben von der bei der Chlorbereitung zurückgebliebenen Manganlösung zu, bis kein Niederschlag mehr entsteht oder die überstehende klare Flüssigkeit mit Säuren nicht mehr aufbraust. Dieses Gemisch läßt man einige Stunden stehen, zieht dann die klare Flüssigkeit ab, und verdampft sie, damit das darin enthaltene salzsaure Ammoniak herauskrystallisirt. Der Niederschlag wird dann mit Wasser angerührt und, nachdem er sich wieder gesetzt hat, die überstehende klare Flüssigkeit abgezogen und ebenfalls zur Krystallisation abgedampft. Man bringt diesen Niederschlag nun auf ein Filter, um das Wasser abtropfen zu lassen. Hierauf gibt man ihn auf den Herd eines Flammofens und erhitzt ihn zum Rothglühen, bis er aushört wie Zunder zu brennen und eine schwarze Farbe angenommen hat, wo er dann in Mangansuperoxyd verwandelt ist.

Wenn dieses Mangansuperoxyd zur Chlorbereitung verwendet werden soll, kann man dem Niederschlag, bevor man ihn auf das Filter gibt, Kalk beimischen; er wird dann im Flammofen zum Theil in mangansauren Kalk verwandelt und kann folglich mehr Chlor liefern.

Wenn die Gasanstalt welche das ammoniakalische Wasser liefert, von der Fabrik wo die Manganlösung gewonnen wird, sehr entfernt ist, oder wenn das erzeugte Mangansuperoxyd zur Glasfabrication verwendet werden soll, so verkocht man das flüssige salzsaure Mangan zur Trockne und erhitzt es in einem Ofen auf eine solche Temperatur, daß das Eisenoxyd unauflöslich wird; in diesem Zustand wird es in die Nähe der Gasanstalt transportirt, um wieder in Wasser aufgelöst und auf beschriebene Weise weiter behandelt zu werden.

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Das Mangansuperoxyd läßt sich nach diesem Verfahren beliebig oft regeneriren, vorausgesetzt daß man die freie Säure des Rückstands von der Chlorbereitung nicht mit Kalk neutralisirt. – Patentirt in England am 31. März 1855. (London Journal of arts, Januar 1856, S. 36.)

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