Titel: Ueber den nachtheiligen Einfluß der Schubladen aus Cedernholz auf naturhistorische und andere darin aufbewahrte Gegenstände; von Professor J. Flemming in Edinburgh.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 140/Miszelle 10 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj140/mi140mi02_10

Ueber den nachtheiligen Einfluß der Schubladen aus Cedernholz auf naturhistorische und andere darin aufbewahrte Gegenstände; von Professor J. Flemming in Edinburgh.

Bei Besichtigung einer Conchiliensammlung beobachtete Prof. Flemming, daß die Epidermis mehrerer Exemplare an einigen Stellen so klebrig geworden war, als wenn man sie mit Kautschuklösung überzogen hätte. Er zog dann bei verschiedenen Sammlern Erkundigungen über deren Erfahrungen mit den Schonbladen oder Kästchen von Cedernholz ein, welche Folgendes ergeben:

In den Cedernholz-Schubladen zweier Mineraliencabinette fand man hauptsächlich die erdigen Mineralien mit einer gummigen Substanz überzogen, welche stark nach Cedernholz roch und nicht leicht zu entfernen war, die glänzenden Krystallflächen sahen deßhalb aus, als wenn sie auf eine unregelmäßige und ungeschickte Weise gefirnißt worden wären; offenbar hatte das Cedernholz einen Dampf entwickelt, welcher sich auf der Oberfläche der Mineralien condensirte. – Von Münzen und Medaillen welche in Cedernholz-Schubladen aufbewahrt wurden, waren nach mehreren Monaten einzelne mit einer klebrigen Substanz, ähnlich dickem arabischem Gummi, überzogen. – Bei der Untersuchung eines Cabinets mit Cedernholz-Schubladen fand man nach beiläufig zwei Jahren die Gypsabgüsse von Medaillen stellenweise braun geworden, die Kasten hatten äußerlich, wo sie polirt und gefirnißt waren, keine Veränderung erlitten, wogegen die unpolirten Schubladen allenthalben sehr klebrig befunden wurden; auf kleinen Aesten im Holze derselben hatten sich Gummitropfen abgesetzt und die Schlösser waren in den Eingerichten mit Gummi erfüllt.

Georg III. bewahrte einige Taschenuhren in einer Schublade von Cedernholz auf, in der Absicht dieselben im Gang zu erhalten; in sehr kurzer Zeit giengen sie nicht mehr. Der Versuch wurde wiederholt, aber mit demselben Resultat; als man die Uhren untersuchte, fand man das Oel vollständig in eine gummiartige Substanz umgewandelt. (Edinburgh new philosophical Journal. Jan. 1856, S. 185.)

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