Titel: Verfahren zur Hervorbringung gepreßter Muster auf gewebten Stoffen mittelst Dampf; von J. Vigoreux in Reims.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 140/Miszelle 7 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj140/mi140mi03_7

Verfahren zur Hervorbringung gepreßter Muster auf gewebten Stoffen mittelst Dampf; von J. Vigoreux in Reims.

Der Zweck dieser Erfindung ist: Reliefmuster nach Art der durch die Jacquardmaschine gewebten, oder auch Moiré und dergl. auf wollenen Geweben, als Tuch, Merino etc. durch ein dem Dekatiren verwandtes Verfahren herzustellen. Der Erfinder bedient sich dazu angemessen durchbrochener oder gravirter (gaufrirter) Metallplatten oder Pappbogen. Der Apparat besteht wesentlich aus einem Tische, dessen Blatt ein niedriger gußeiserner Kasten mit siebartig durchlöcherter Kupferblechdecke ist. Auf dieser letztern wird zunächst der gewebte Stoff ausgebreitet, darüber legt man die Musterplatte oder Pappe, ferner einen schlichten Pappbogen, eine mehrfache Lage dicken Zeuges um den Dampf zusammenzuhalten, endlich eine starke Holztafel. Nachdem |237| alle diese Theile durch eine hydraulische oder eine Schraubenpresse scharf zusammengepreßt sind, leitet man Wasserdampf in den Tischkasten, von wo derselbe durch die Löcher der kupfernen Decke austritt, den Stoff durchdringt und die den Löchern oder Vertiefungen der Musterplatte entsprechenden Stellen desselben (welche allein dem Drucke nicht unterworfen sind) aufschwellt. Nachdem der Dampf einige Minuten gewirkt und den Stoff genügend imprägnirt hat, schließt man den Dampfhahn und verstärkt den Druck. Nach Ablauf einer angemessenen Zeit wird die Presse geöffnet und die Waare herausgenommen. Die so hervorgebrachten Reliefmuster sind in solchem Grade dauerhaft, daß man, ohne sie zu beeinträchtigen, den Stoff nöthigenfalls noch färben, auch in einem Walzwerke (Kalander) glänzen kann. (Mittheil. des hannov. Gewerbe-Vereins, 1855, S. 309)

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