Titel: Verfahren zur Darstellung von Krappextract für den Zeugdruck; von J. H. Woolbert in Brüssel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 140/Miszelle 8 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj140/mi140mi03_8

Verfahren zur Darstellung von Krappextract für den Zeugdruck; von J. H. Woolbert in Brüssel.

Das auf nachstehende Weise erzielte Krappextract läßt sich leicht mit Dextrin etc. verdickt auf Zeuge aufdrucken, welche vorher für Roth oder Rosenroth mit essigsaurer Thonerde, für Violett oder Schwarz mit essigsaurem Eisen gebeizt worden sind.

Krappextract. – Man läßt 1 Kilogr. Krapp, welcher in ein unfühlbares Pulver verwandelt worden ist, 24 Stunden in einem Lösungsmittel maceriren, welches aus 1 Kilogr. Netzammoniak von 22° Baumé und 100 Grammen Alkohol besteht. Dieses Gemisch verdünnt man mit 1 Kilogr. Wasser und bringt das Ganze 30 bis 40 Minuten lang auf ein mäßiges Feuer, indem man es fortwährend gut umrührt. Dann nimmt man es vom Feuer und setzt 100 Gramme Alkohol zu; nachdem dieses Gemisch durch Umrühren gleichförmig geworden ist, bringt man das Ganze in einen leinenen Sack, um durch die Einwirkung einer Presse den Farbstoff auszuziehen. Der im Sack zurückbleibende Krapp kann nochmals auf beschriebene Weise behandelt, wieder in einen Sack gebracht und ein zweites Mal ausgepreßt werden.

Nachdem der Krapp so behandelt worden ist, bringt man ihn für 12 Stunden in 1 Kilogr. Ammoniakwasser und preßt ihn dann ein drittes Mal aus. Dieses dritte Extract enthält eine kleine Menge Farbstoff und wird in der Folge anstatt des Wassers verwendet, mit welchem bei der ersten oder zweiten Behandlung des Krapps das Gemisch von Krapp, Ammoniak und Alkohol verdünnt wird.

Verwendung des rückständigen Krapps. – Der ausgezogene Krapp läßt sich auf folgende Weise wieder zum Färben verwendbar machen. Man gibt ihn in eine mit Blei gefütterte Kufe, vermischt ihn darin mit seinem gleichen Gewicht Schwefelsäure von 8° Baumé und kocht das Ganze eine Stunde lang (mittelst Wasserdampf, welcher in einem Bleirohr circulirt). Dann bringt man das Gemisch in einen mit zwei Hahnen versehenen Bottich, um ihn auszuwaschen, bis das Wasser rein ablauft; endlich wascht man ihn noch mit kaltem Wasser, worin per Liter 20 Gramme kohlensaures Natron (calcinirte Soda) aufgelöst sind, um die etwa zurückgebliebene Säure vollständig zu entfernen. (London Journal of arts, April 1856, S. 215.)

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