Titel: Conservirung des Runkelrübensafts durch Kalk; von Hrn. Maumené.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 140/Miszelle 9 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj140/mi140mi03_9

Conservirung des Runkelrübensafts durch Kalk; von Hrn. Maumené.

Um die Arbeiten in den Rübenzuckerfabriken auf das ganze Jahr ausdehnen zu können, hat Hr. Maumené, Professor der Chemie in Reims, den Vorschlag gemacht, so viel Rübensaft auszupressen, daß er für das ganze Jahr hinreicht, und ihn sogleich mit so viel Kalk zu versetzen, daß aller Zucker in Zuckerkalk umgewandelt wird, die Läuterung würde so in der Kälte vorgenommen und die klare Flüssigkeit dann in dem Maaße, als man sie verarbeiten kann, mit Kohlensäure behandelt werden, damit der Saft bis zu dieser Zeit gegen Veränderung geschützt bleibt (polytechn. Journal Bd. CXXXVIII S. 320).

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Prof. Dumas hat in diesem Betreff der franz. Akademie der Wissenschaften folgende Erfahrungen des Hrn. Maumené aus einem Schreiben desselben mitgetheilt:

„Ich habe mich durch Versuche, welche vor 2 1/2 Monaten im Großen mit 800 Hektolitern Runkelrübensaft angestellt wurden, überzeugt, daß sich derselbe mittelst Kalk gegen Gährung schützen läßt; er conservirt sich nicht nur vollkommen, sondern läutert sich auch in der Kälte. Die Läuterung wird durch Anwendung der Kohlensäure vervollständigt, und man kann dann den Saft sehr wohl an freier Luft abdampfen, selbst im Großen, ohne daß er sich färbt; es läßt sich daher die Knochenkohle ersparen, es sey denn daß man ältere Rüben verarbeitet. Ich habe eine Läuterung bei den HHrn. Bonzel zu Haubourdin mit einem Saft vorgenommen, welcher in den letzten Tagen des Januar ausgepreßt und dann acht Tage lang aufbewahrt worden war. Derselbe fiel zur allgemeinen Befriedigung aus; man erhielt eben so viel Product als wenn man den Saft sogleich nach dem Pressen behandelt hätte; die Syrupe färbten sich nicht, obgleich keine Knochenkohle angewendet wurde, der Schaum setzte sich in 4 Secunden, während bei den Syrupen der Fabrik von gleichem Grade (35° B.), welche mit Kalk und Kohlensäure behandelt werden, dazu 90 Secunden erforderlich sind. Endlich war die Krystallisation gut. – Durch dieses Verfahren verschwindet wenigstens die Differenz des Ertrags, welche man vom Anfang bis zum Ende der Campagne beobachtet; sie beträgt 1 1/2 bis 2 Procent des Safts.“ (Comptes rendus, April 1856, Nr. 14)

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