Titel: Ueber eine, lange Zeit wirksam bleibende, besonders für telegraphische Zwecke sich eignende Volta'sche Batterie; von Prof. Rud. Böttger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 140/Miszelle 1 (S. 314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj140/mi140mi04_1

Ueber eine, lange Zeit wirksam bleibende, besonders für telegraphische Zwecke sich eignende Volta'sche Batterie; von Prof. Rud. Böttger.

Läßt man eine aus mehreren Elementen bestehende, mit Bunsen'schen Kohlencylindern und amalgamirtem Zink combinirte Batterie (worin beide Elektricitätserreger durch mattgebrannte Thonzellen von einander getrennt, in verdünnter Schwefelsäure stehen, wie solche gegenwärtig auf den meisten Telegraphenlinien in Anwendung sind) längere Zeit geschlossen, so bemerkt man schon nach wenigen Tagen (ob in Folge eines Schwefeleisengehaltes der Kohle, oder einer Zersetzung der Schwefelsäure, lasse ich zur Zeit dahin gestellt seyn) einen auffallenden Geruch nach Schwefelwasserstoffgas, und gleichzeitig eine ungemeine Schwächung des Stroms. Mochte ich nun statt der Bunsen'schen, aus der Fabrik des Hrn. Greßler in Erfurt bezogenen Kohlencylinder, reine Kohksstücke oder auch die sogenannte Gaskohle (die in den Gasretorten sich ablagernde steinharte Kohle) in Anwendung bringen, – stets machte sich nach einiger Zeit Geschlossenseyns der Kette, dieser auffallende Geruch nach Schwefelwasserstoff bemerklich, und in Folge dessen allemal auch eine bedeutende Abnahme der Stromstärke Ebenso bemerkte ich schon nach wenigen Tagen eine ähnliche Schwächung des Stroms bei geschlossener Batterie, wenn die Kohlencylinder, statt mit Bleistreifen, mit Kupferbändern leitend versehen waren, und zwar lediglich in Folge einer endosmotischen Ueberführung und Ablagerung von partiell gelöstem Kupfer auf die in den mattgebrannten Thonzellen befindlichen Zinkplatten.

Dagegen erwies sich eine nur mit 5 Proc. Schwefelsäure haltigem Wasser erregte Batterie, deren Kohlencylinder zuvor in concentrirte Salpetersäure eingetaucht und dann an der Luft etwa einen halben Tag stehen gelassen worden waren, lange Zeit hindurch äußerst wirksam, und vermochte ich bei so behandelten Kohlen oder Kohks, in der geschlossenen Kette, niemals eine Entwickelung von Schwefelwasserstoffgas wahrzunehmen. (Jahresbericht des physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. für 1854–1855.)

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