Titel: Vergleichende Versuche, welche in der Münze zu Paris mit einem gewöhnlichen Dampfkesselofen und einem Dumery'schen rauchlosen Heizapparat gemacht wurden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 140/Miszelle 2 (S. 465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj140/mi140mi06_2

Vergleichende Versuche, welche in der Münze zu Paris mit einem gewöhnlichen Dampfkesselofen und einem Dumery'schen rauchlosen Heizapparat gemacht wurden.

In der Pariser Münze befinden sich zwei Dampfmaschinen und drei nebeneinander eingemauerte Kessel.

Die drei Kessel, welche nahezu gleiche Heizfläche haben, nämlich 22 Quadratmeter, sind nicht genau gleich construirt: derjenige in der Mitte ist ein abgeänderter alter Kessel; die zwei äußeren sind neue, einander ganz gleiche Kessel.

Mit den beiden letzteren Kesseln wurden die vergleichenden Versuche gemacht; derjenige zur Linken besitzt einen gewöhnlichen flachen Rost; derjenige zur Rechten ist mit einem Dumery'schen Heizapparat (beschrieben S. 241 in diesem Bande des polytechn. Journals) versehen.

Um bei den Versuchen vergleichbare Resultate für die zwei äußeren Kessel zu erhalten, obgleich jeder derselben stets gleichzeitig mit dem Mittlern Kessel in Betrieb war, wurden vorher zwei Speiseapparate angeordnet, womit das Wasser, welches in den im Betrieb befindlichen äußern Kessel gelassen wurde, für sich gemessen werden konnte, also unabhängig von dem Wasser welches in den Mittlern Kessel, der gleichzeitig functionirte, gelangte.

Das Brennmaterial war in beiden Fällen in Qualität und Größe der Stücke das gleiche, und so oft man einen Kohlenkorb für den Ofen mit flachem Rost füllte, stellte man einen genau gleichen Kohlenkorb zur späteren Verwendung für den neuen Heizapparat bei Seite.

Um die auf das Anzünden und die Unterbrechung des Feuers verwendeten Zeitperioden auszugleichen, so daß dadurch kein Irrthum veranlaßt wurde, entschloß man sich jeden der zwei Versuche drei Tage und drei Nächte nacheinander dauern zu lassen.

Es wurde daher am 17. April 1856 um 5 1/2 Uhr Morgens das Feuer unter dem Kessel zur Linken angezündet und bis zum 20. April um 11 Uhr Vormittags, Tag und Nacht unterhalten.

In diesem Zeitraum verbrannte man auf dem gewöhnlichen Rost 7740 Kilogr. englischer Steinkohlen, und der Kessel empfing 42809,65 Liter Wasser, also per Kilogr. Steinkohlen 5,53 Liter.

In der folgenden Woche, am 24. April, heizte man um 5 1/2 Uhr Morgens den mit dem Dumery'schen Heizapparat versehenen Kessel zur Linken; das Feuer wurde eben so lang, nämlich bis zum 27. April um 11 Uhr Vormittags ohne Unterbrechung unterhalten, und in diesem Zeitraum betrug der Verbrauch an Brennmaterial 6624 Kilogr., und in den Kessel wurden 46341,17 Liter Wasser geschafft, also per Kilogr. Steinkohlen 6,967 Liter.

Es ergab sich folglich für das gleiche Quantum verdampften Wassers eine Brennmaterial-Ersparniß von 20,7 Proc. zu Gunsten des Dumery'schen Heizapparats im Vergleich mit dem gewöhnlichen Kesselofen. (Bulletin de la Société d'Encouragement, Mai 1856, S. 281.)

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