Titel: Bourdon's und Wethered's Rotations-Dynamometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141, Nr. XLVIII. (S. 183–184)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/ar141048

XLVIII. Die Rotations-Dynamometer von Bourdon und Wethered.29)

Mit Abbildungen auf Tab. III.

1. Rotations-Dynamometer von Bourdon.

Der Zweck dieses in Fig. 8 und 9 abgebildeten Dynamometers ist die zum Betriebe einer Maschine erforderliche Arbeit während ihres Ganges zu bestimmen. Hierzu ist bekanntlich zu wissen erforderlich: 1) die Umfangsgeschwindigkeit der übertragenden Riemenrolle und 2) die Spannkraft des Riemens oder der Druck, mit welchem die Scheibe umgedreht wird. Der Bourdon'sche Dynamometer wird zu diesem Ende zwischen die Transmission und die arbeitende Maschine so eingeschaltet, daß er als Vorgelege fungirt; die eine von den beiden Scheiben a und b ist sodann die getriebene, die andere dagegen die treibende. Von diesen beiden Scheiben ist a auf die Welle m, n festgekeilt, o dagegen lose; die freie Umdrehung um ihre Achse ist jedoch bei der Scheibe b durch die Spiralfeder p beschränkt, auf welche diese Scheibe mittelst einer um zwei Rädchen geschlagenen Kette und mittelst eines Stengels einwirkt. Von den beiden Rädchen ist die Achse des einen an einem Arm der fixen Scheibe, die Achse des andern an der Welle selbst angebracht. Der Stengel geht durch die Spiralfeder bis an das Ende eines blechernen Cylinders, welcher die Spirale umschließt und sich über einen zweiten Cylinder verschiebt. Je größer am Umfange der Scheibe b der Druck ist, desto mehr wird der Cylinder zusammengeschoben; auf empirischem Wege läßt sich für jede Stellung des Cylinders der Druck am Umfange der Treibrolle feststellen. Während des Versuches hat man daher bloß die Stellung des verschiebbaren Cylinders, und die Zahl der Umgänge der Dynamometerachse zu beobachten, um hieraus die übertragene Arbeit zu berechnen.

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2. Rotations-Dynamometer von Wethered zu Baltimore in den Vereinigten Staaten.

Dieser Dynamometer, welcher in Fig. 10 und 11 abgebildet ist, hat den Zweck, den Effect, oder die zum Betriebe einer Maschine per Secunde erforderliche Arbeit zu bestimmen. Der ganze Apparat besteht in der Hauptsache aus einer Vorgelegwelle a, a', auf welcher zwei Riemenscheiben b und c, deren Arme nicht in der Zeichnung erscheinen, angebracht sind. Er wird zwischen die arbeitende Maschine und die Triebwelle in der Art eingeschaltet, daß der Riemen von der Treibrolle auf c, der Riemen von den Arbeitsrollen aber auf b aufzuliegen kommt.

Die Rolle c ist auf a festgekeilt, die Rolle b dagegen ist lose und wird von c durch die beiden Arme d mitgenommen, welche mit der verlängerten Nabe e und der Rolle c ein Ganzes bilden. Diese Arme d wirken aber nicht unmittelbar auf die Rolle d, sondern mittelst der Federn f, die an diese Arme festgeschraubt sind und sich an die Nasen g anlegen. Je größer der Widerstand der Arbeitsmaschine ist, desto mehr werden die beiden Federn f gebogen und den Armen d sich annähern.

Um die Größe dieser Annäherung zu messen, dienen die zweiarmigen Spindelhebel h; der eine Arm i eines solchen Hebels ist nach auswärts gebogen und lehnt sich gegen die Nase m, der andere k biegt sich gegen die Mitte und steht mittelst des Gelenkes l mit der Hülse n in Verbindung. Letztere läßt sich über a verschieben, wird aber durch die Spirale p nach auswärts gedrückt; dadurch bleibt der äußere Arm i in steter Berührung mit der Nase m. Eine zweite Hülse o ist an der Welle a festgemacht. Je größer der Widerstand der Arbeitsmaschine ist, desto mehr wird sich die Hülse n der Hülse o nähern. Auf empirischem Wege wird durch Gewichte, welche man auf eine um b umgeschlagene Schnur aufhängt, die Größe des Druckes für jede Annäherung von n gegen o bestimmt. Während des Versuches wird nun die Distanz no gemessen und so der Druck oder die Spannung des arbeitenden Riemens bestimmt. Ermittelt man überdieß dessen Geschwindigkeit, so gibt das Product aus beiden Größen den gesuchten Effect.

Aus dem Werke: „Kurze Mittheilungen über die berg- und hüttenmännischen Maschinen in der Industrie-Ausstellung zu Paris im Jahr 1855, von Peter Rittinger, k. k. Oberbergrath.“

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